CDU möchte Kampmann-Kunstwerk aus Dornröschen-Schlaf erwecken

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

Lothar Kampmann, Applikation aus Eisengeräten; Standort: Jahnschule/AWO-Kindergarten; 1968 Foto: Klaus HolzerKamen. Mittels eines Prüfantrags möchte die CDU-Fraktion dem scheinbar in Vergessenheit geratenen Kunstwerk des bekannten Kamener Künstlers Prof. Lothar Kampmann „Strukturwandel“ mittelfristig zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Dieses ist derzeit an einer Außenwand der Jahnschule angebracht und findet nach Meinung der CDU-Ortsunion Methler zu wenig Beachtung. Geprüft werden sollen zunächst der Zustand und auch die Eigentumsverhältnisse des Kunstwerkes. Die CDU regt an auch die Möglichkeit einer Verlegung, z.B. in das neue Baugebiet „Am Pastoratsfeld“ zu prüfen.

Den Vorschlag begründet die CDU folgendermaßen. Die Groß-Skulptur „Strukturwandel“ des bekannten Kamener Künstlers, die, soweit heute noch nachvollziehbar, den Strukturwandel von einer Bergwerkskolonie einerseits und einer landwirtschafltich geprägten Umgebung andererseits hin zu einer Neubebauung der ehemaligen Sektionen zum Inhalt habe, scheine in Vergessenheit geraten. Nachdem 2015 schon einmal das Kunstwerk vom davor wachsenden Grün freigeschnitten sei und ein Zaun darum errichtet sei, werde es dennoch kaum wahrgenommen. Mittlerweile sei es wieder weitgehend von Grün bedeckt, so dass es frontal nicht in Gänze betrachtet werden könne. „Zudem scheint es auch etwas in Vergessenheit geraten, es ist zurzeit nicht in der vom KulturKreisKamen erarbeiteten Liste der Kunstwerke im öffentlichen Raum erfasst.“, erläutert Karsten Diederichs-Späh von der CDU-Ortsunion Kamen-Methler die Anregung für den Antrag an die CDU-Fraktion.

Die CDU-Fraktion rege daher zunächst eine Überprüfung der Eigentumsverhältnisse sowie des Zustandes des Kunstwerkes an. Die Stadt Kamen lbesitze zwar derzeit das Kunstwerk, ob sie auch Eigentümerin ist, ist fraglich. „Wir wissen darüber derzeit nichts,“, so die CDU-Sprecherin im Kulturausschuss Rosemarie Gerdes, „das ist jedoch erst einmal zu klären, sonst können wir ja nicht tätig werden.“ Die CDU gehe aber von einem Eigentum der Stadt Kamen aus.

Die CDU rege zudem an, dem Kunstwerk an einer prominenten Stelle mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Der in Kamen viel diskutierte Strukturwandel, jetzt – neu definiert – etwa im Bereich der geplanten Klimaschutzsiedlung „Pastoratsfeld“, sei dazu ein möglicher Vorschlag. Hier würden landwirtschaftliche Flächen umgewandelt, um modernes und energetisch bewusstes Leben und Wohnen zu ermöglichen. „Wir sind der Auffassung, da passt dieses Kunstwerk sehr gut hin.“, resümieren Gerdes und Diederichs-Späh.

Archiv: Serie: „Kunst im öffentlichen Raum in Kamen" - Lothar Kampmann

Kunstwerk „Strukturwandel“ von Professor Lothar Kampmann an der Jahnschule in der Diskussion

1
2
0
s2smodern
powered by social2s

Feuerwehr als TOP im Hauptausschuss? Fraktionen suchen Kompromiss und finden Streit

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

FWHA1018AGDie Feuerwehr kann zwar nichts dafür, ruft aber trotzdem unfreiwillig Zoff zwischen den Ratsfraktionen von SPD und CDU hervor. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

von Alex Grün

Kamen. In der Frage, ob die Entwicklung von Feuerwehr und Brandschutzbedarfsplan künftig auf die Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses gesetzt werden soll, einigten sich die Ratsfraktionen von SPD und CDU intern auf einen Kompromiss, der offenbar wenig politischen Einklang erzeugt.

Im Juni forderte die CDU-Fraktion im Rat, die Angelegenheiten der Feuerwehr, insbesondere die Umsetzungsfortschritte aus dem Brandschutzbedarfsplan, als regelmäßigen Punkt auf die Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses zu setzen. Es genüge nicht, sich damit allein im Rahmen der Haushaltsplanberatungen zu beschäftigen, dazu seien die Haushaltsberatungen aufgrund ihrer Themenvielfalt nicht geeignet, so die Begründung von Fraktionschef Ralf Eisenhardt.

Die Forderung war von der SPD-Mehrheitsfraktion zunächst abgelehnt worden. Nach erneuter Prüfung rang sie sich dann doch dazu durch, das Thema jährlich in der ersten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses aufzunehmen, und zwar in Form einer regelmäßigen Berichterstattung seitens der Feuerwehr. "Etwas verwundert", so Eisenhardt, sei seine Fraktion darüber gewesen, dass die SPD dem eingebrachten Antrag erst im Nachhinein "wie von der CDU beantragt" zugestimmt habe. "Eine interessante Interpretation", kommentiert SPD-Fraktionschef Daniel Heidler im Gespräch mit KamenWeb.de und erklärt: "Da für die SPD-Fraktion die Belange der Feuerwehr einen hohen Stellenwert haben, hat sich die Fraktion entschieden, der CDU entgegen zu kommen und zu Beginn des nächsten Jahres im Hauptausschuss einen Bericht über anstehende Maßnahmen im Bereich der Feuerwehren anzuhören", so Heidler. Dies sei auch sinnvoll, da die Haushaltsmittel zu diesem Zeitpunkt bewilligt seien und der Ausschuss so den besten Überblick über anstehende Maßnahmen bekomme. "Was die SPD nicht will, ist ein regelmäßiger Tagesordnungspunkt im Hauptausschuss wie ihn die CDU gefordert hat", relativiert Heidler den Eisenhardt'schen Vorstoß. Die SPD vertraue der Verwaltung, dass sie die zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel zielgerichtet einsetze, auch in Abstimmung mit der Feuerwehrführung.

Ralf Eisenhardt jedenfalls freut sich über den nun gefundenen Kompromiss: „Es hätte natürlich auch die Möglichkeit gegeben, jährlich einen Tagesordnungspunkt als Antrag der Fraktion einzufordern, aber das hätte nicht denselben Stellenwert, wie die jetzt getroffene Regelung“, sagt er. Schließlich, so Eisenhardt, sei "die Feuerwehr nicht geeignet, einen politischen Streit zu provozieren". Genau den könnte der CDU-Fraktionschef jetzt allerdings mit der Veröffentlichung des "Internums" im Alleingang selbst heraufbeschworen haben: "Dass die CDU ein Entgegenkommen aus interner Sitzung nun veröffentlicht, zeigt, dass es ihr nicht um die Sache, sondern nur um Effekte geht", so SPD-Chef Heidler. Man werde dies bei künftigen Entscheidungen berücksichtigen. Und so "provoziert" die Feuerwehr, unfreiwillig und ohne ihr Zutun, nun wohl doch einen politischen Streit.

1
2
0
s2smodern

Verein Pro Mensch stellt Entwicklung im Integrationsrat vor

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

integrationsrat1018AGBilitis Naujoks vom Pro Mensch-Vorstand (2.v.l.) lieferte den Mitgliedern des Integrationsrates am Montag einen Sachstandsbericht über die aktuelle Entwicklung des Vereins. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

von Alex Grün

Kamen. Die Fortschritte, die der Verein Pro Mensch seit seiner Gründung vor drei Jahren gemacht hat, standen am Montag im Vordergrund der Sitzung des Integrationsrates der Stadt Kamen.

Der Verein, der im Zuge der Asylkrise 2015 aus der klassischen Flüchtlingshilfe entstanden ist, hat sich in den drei Jahren seines Bestehens zur festen Instanz im Kamener Gemeindeleben gemausert und ist im Begriff, weiter zu wachsen. Zur Jahreswende werde der Verein, der hauptsächlich aus Landesfördermitteln finanziert wird, eine erste 400-Euro-Kraft einstellen, kündigt Pro Mensch-Sprecherin Biltis Naujoks an. Genug zu tun gibt es allemal, denn über die bestehenden Angebote der Flüchtlingsberatung im O-Punkt in der Weststraße hinaus, der zum Jahreswechsel schließen und in direkter Nachbarschaft zu einer Art Vereinsheim umgestaltet wird, ist die Anzahl der integrativen Baustellen gestiegen. Gemeinsames Kochen und Nähen in Kooperation mit dem Netzwerk Familienbande, interkulturelle Ausflüge und Aktionen und natürlich das sonntägliche Café International, das Geflüchtete mit alteingesessenen Kamenern in freundschaftlichen Kontakt bringen soll - all das muss organisiert, koordiniert und vor allem vermittelt werden. Genau da hapere es oftmals, berichtet Bilitis Naujoks. Denn es nütze der Integration nichts, wenn etwa Ausflüge veranstaltet würden, an denen dann entweder nur Vertreter aus den Reihen der Geflüchteten teilnähmen oder, umgekehrt, ausschließlich Deutsche. Die dritte Variante sei eine beiderseitige Teilnahme an solcherlei Aktionen, bei denen aber beide Lager kein Wort miteinander wechselten - das sei nicht Sinn der Sache. Auch mit den Moscheevereinen habe bislang keinerlei Austausch stattgefunden. An der Kommunikation, schon in Bezug auf die bloße Kenntnisnahme der Hilfs- und Beratungsangebote seitens der Geflüchteten, müsse also noch weiter gearbeitet werden, sagt Naujoks. Dazu beitragen soll unter anderem eine mittlerweile hergestellte Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale.

Hundert Mitglieder stark ist der Verein inzwischen, von denen 60 aktiv sind - und doch mangele es an vielen Stellen an ehrenamtlichen Helfern, "insbesondere jüngere Mitglieder, die für die älteren nachrücken können, werden schmerzlich vermisst", erklärt Bilitis Naujoks. Indessen seien viele Flüchtlinge mittlerweile selbst bei Pro Mensch eingetreten und hätten Schweiß und Arbeit in die Gestaltung ihrer eigenen Unterkünfte gesteckt. So seien etwa im letzten Jahr mehr als 100 Unterbringungen in Eigenarbeit mit Möbelspenden bestückt worden, wobei rund die Hälfte der Helfer selbst Geflüchtete seien. Auch in der Fahrradwerkstatt von Linken-Ratsmitglied und Ehrenamtler Gunther Heuchel packen die Neu-Kamener kräftig mit an.

704 Geflüchtete beherbergt die Sesekestadt aktuell insgesamt, davon 196 im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes und 508, die unter das Sozialgesetzbuch II fallen, für die also das Jobcenter zuständig ist. Zwei Drittel der Asylsuchenden insgesamt seien in Privatwohnungen, ein Drittel in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht, so die Verwaltung. Von den anerkannten Flüchtlingen lebten zwei Drittel in privaten Wohneinheiten. Die Erfüllungsquote der Kommune sei derzeit zu 84,5 Prozent erfüllt, daher sei zu erwarten, dass in nächster Zeit noch etwa bis zu 20 weitere Geflüchtete aufgenommen werden, so die Verwaltung. Da die Unterbringungsmöglichkeiten im Moment zu rund 70 Prozent ausgelastet seien, sehe man darin kein großes Problem.

1
2
0
s2smodern

CDU-Fraktion berät über Zukunftsgutachten für Technopark

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

technopark luftKWvon Alex Grün

Kamen. Erstmals berät die CDU-Fraktion des Rates der Stadt Kamen in ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch über das Gutachten der von der Verwaltung beauftragten Wirtschaftskanzlei Audalis zur Zukunft der Technopark Kamen GmbH.

Bürgermeisterin Elke Kappen hatte das Gutachten zunächst in die politische Beratung gegeben, um den Fraktionen mehr Raum für Abstimmung zu geben. „Drei Grundüberlegungen sind für die CDU-Fraktion besonders wichtig und werden Ausgangspunkt für die anstehenden Überlegungen sein“, so Rainer Fuhrmann, Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses und Aufsichtsrat der Technopark Kamen GmbH. Erstens: Die Stadt Kamen habe mit 51 Prozent der Geschäftsanteile eine Mehrheit an der Technopark Kamen GmbH. Damit sei es klar, dass aus Kamen eine Richtungsentscheidung zur Zukunft des Unternehmens zu erwarten sei. Zweitens: 49 Prozent der Geschäftsanteile hielten die weiteren Partner an der Gesellschaft, deren Akzeptanz für eine Lösung sei daher für die Zusammenarbeit wichtig. Drittens: Die Technopark Kamen GmbH habe in der Vergangenheit aus Sicht der CDU und des gesamten Rates über viele Jahre sehr erfolgreich gearbeitet, die zukünftige Aufstellung des Unternehmens müsse diesen Anspruch festigen und weiter verfolgen. In der Vorgehensweise der Verwaltungsleitung zur Bearbeitung des Themas erkenne die CDU einen Richtungswechsel. „In der Vergangenheit bekamen die Fraktionen oftmals eine Beschlussvorlage in der alle Details für eine Entscheidung schon vorab geregelt waren", so Fraktions-Vize Ralf Langner. Die Frage sei meist lediglich gewesen: Dafür oder dagegen? Auf vorherige politische Erörterungen sei verzichtet, auf mögliche Kompromisse nicht eingegangen worden. Es zeichne sich jetzt ein anderer Prozess der Meinungsfindung ab. Die Politik könne sich inhaltlich und zeitlich nun intensiv mit dem Thema „Zukunft des Technopark“ beschäftigen und sich mit der Verwaltung und den anderen Fraktionen austauschen. Das sei, so die CDU, sicher aufwändiger für alle Beteiligten, biete aber die Chance auf ein abgestimmtes und breit akzeptiertes Konzept. Die CDU-Fraktion gehe auf diese Zusammenarbeit gern ein, sind sich Langner und Fuhrmann einig. Dabei werde man das Audalis-Gutachten genau analysieren und auswerten. Untersucht werden sollten insbesondere, so die CDU-Fraktion, "teilweise gegenläufige Interessen der wirtschaftlichen Vernunft und des öffentlichen Interesses bei der Zukunftsbetrachtung der Technopark Kamen GmbH".

Archiv: Rat stimmt über Finanzen ab

Neue Personalien in Verwaltung und Rat

1
2
0
s2smodern

Rat stimmt über Finanzen ab

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

rat918 1AGDie fünf konzessionierten Spielbetriebe in Kamen müssen sich auf 1,5 Prozent mehr anfallende Vergnügungssteuer einstellen. Fotos: Alex Grün für KamenWeb.devon Alex Grün

Kamen. Eine ganze Reihe finanzieller Entscheidungen wurden am Donnerstag vom Rat der Stadt Kamen für Gegenwart und Zukunft getroffen.

Im Jahresabschluss 2017 wurde ein Fehlbetrag von 7.219.541,08 Euro festgestellt, der durch die Allgemeine Rücklage gedeckt ist. Einstimmig wurde denn auch der ehemalige Bürgermeister Hermann Hupe vom Rat entlastet. Zusätzliche Einnahmen werden künftig durch eine Erhöhung der Vergnügungssteuer von 4,0 auf 5,5 Prozent erwartet, die seit der Zulässigkeitsfeststellung des Dortmunder Vergnügungssteuersatzes durch das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen möglich ist. 150.000 Euro Mehreinnahmen sollen bei einem zugrunde gelegten Spieleinsatz von 10.000.000 Euro dem städtischen Haushalt durch die Erhöhung zufließen, die von der SPD-Fraktion in erster Linie als Wirkungsmittel gegen die Spielsucht, von der CDU eher schlicht als Geldquelle betrachtet wird. Klaus-Dieter Grosch, der für die Linke/GAL-Fraktion bereits im letzten Jahr einen entsprechenden Antrag gestellt hatte, bedauerte die entgangenen Einnahmen, die schon in diesem Jahr hätten erzielt werden können. Bis auf eine Enthaltung stimmte der Rat der Änderungssatzung zu. Des Weiteren beschlossen wurde, dass 20.000 Euro zusätzlich für die Baumaßnahmen zur Eingangsöffnung des Bahnhofs locker gemacht werden. Für die Sanierung des Jugendfreizeitzentrums Lüner Höhe werden zusätzlich 100.000 Euro bereitgestellt, die in Dach, Heizung, Elektrik und Sanitäranlagen fließen, beziehungsweise bereits flossen. Auch der Keller der Einrichtung muss trocken gelegt werden. Freuen darf sich auch das Team des Bürgerhauses Methler, für dessen Sanierung und die Erweiterung der Turnhalle zusätzliche 175.000 Euro investiert werden. Investiert wird auch in Sachen Nachhaltigkeit: In den Haushalt 2019 eingestellt wird ab Januar die Summe von jährlich durchschnittlich 1.948,50 Euro, die in die Qualifikationsteilnahme der Stadt zum European Energy Award fließen wird, einem Zertifikat, das künftig Fördermittel für städtische Projekte einbringen soll. Voraussetzung, so die Stadt, sei eine 80-prozentige Förderung durch das Land. Auch die Benehmensherstellung zum Kreishaushalt für 2019 wurde abgesegnet: Die Kreisumlage wird gegenüber diesem Jahr um 485.840 Euro auf 27.446.576 Euro sinken, da der Hebesatz um 1,48 Prozentpunkte sinkt.

rat918 4AG

1
2
0
s2smodern

SPD-Fraktion setzt sich für sozialen Arbeitsmarkt ein

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

heidlerspdSPD-Fraktionschef Daniel Heidler. Foto: SPD Kamenvon Alex Grün

Kamen. Nach den kreisweiten Diskussionen über die Notwendigkeit eines sozialen Arbeitsmarkts im Kreis Unna nimmt nun auch die Kamener SPD-Fraktion Stellung zu diesem Thema.

Hintergrund: Im Juli hat das Bundeskabinett den Gesetzentwurf zum sozialen Arbeitsmarkt gebilligt, der staatliche Lohnzuschüsse für Langzeitarbeitslose vorsieht, welche in den vergangenen acht Jahren mindestens sieben Jahre lang Hartz 4 bezogen haben. Dabei sollen Arbeitgeber, die Langzeitarbeitslose einstellen, bis zu hundertprozentige Zuschüsse erhalten. Sozialversicherungsfähige Jobs in sozialen Einrichtungen und bei Kommunen sollen so auch im Kreis Unna entstehen. „Der Kreis Unna hat durch seine Anstrengungen und die an vielen Stellen erfolgreiche und engagierte Arbeit deutlich gemacht, dass ein sozialer Arbeitsmarkt funktioniert. Viele Menschen haben eine neue Perspektive und die Möglichkeit der Teilhabe am Arbeits- und Gesellschaftsleben erhalten. Das sind Erfolge, die für die SPD zentrale Zielsetzung der eigenen Programmatik sind“, erklärte der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Daniel Heidler.

Umso wichtiger sei, dass diese Perspektive erhalten bleibe. Dabei setze die SPD zunächst auf das anstehende Gesetzgebungsverfahren im Bundestag. "Es ist klar, dass Regionen wie das Ruhrgebiet stärker von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind, als andere in der Bundesrepublik Deutschland. Deshalb bauen wir darauf, dass die Mittel für einen sozialen Arbeitsmarkt nicht mit der Gießkanne verteilt werden, sondern zielgerichtet“, betont Fraktionsvize Christiane Klanke. „Gespräche, die wir in der vergangenen Woche mit unserem heimischen Bundestagsabgeordneten Oliver Kaczmarek geführt haben, machen uns hoffnungsfroh, dass dieses auch auf Bundesebene so gesehen wird“, erklärte Daniel Heidler. „Gleichwohl werden wir das Thema aufmerksam verfolgen. Dabei wollen wir zunächst weiterhin deutlich machen, dass der soziale Arbeitsmarkt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die man nicht bei den Kommunen abladen darf. Sollte das Gesetzgebungsverfahren im Bund allerdings nicht so enden, wie nicht nur wir es für notwendig halten, müssen wir überlegen, wie wir den sozialen Arbeitsmarkt unter Einbeziehung aller im Kreis tätigen Träger erhalten. Die Vorschläge der SPD-Fraktionsvorsitzenden aus Bergkamen, Bernd Schäfer, und Unna, Volker König, sind für uns erste gute Überlegungen, die wir gerne prüfen wollen“, so Heidler.

1
2
0
s2smodern

Anzeigen

kamenlogo

kamengutschein240

ko logo

kkk logo

linklogogilde

technoparkkamen