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Kamen. Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Kamen hat den Kinder- und Jugendförderplan für die Jahre 2026 bis 2030 einstimmig beschlossen. Mit dem Beschluss wird die Verwaltung beauftragt, die Kinder- und Jugendarbeit in den kommenden Jahren auf Grundlage des neuen Konzepts weiterzuentwickeln und umzusetzen.
Der Förderplan beschreibt die aktuelle Situation junger Menschen in Kamen, analysiert die bestehende Angebotslandschaft und definiert Schwerpunkte für die zukünftige Kinder- und Jugendarbeit. Ziel ist es, bestehende Strukturen zu sichern und Angebote an veränderte Bedürfnisse und gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen.
Bei der Erarbeitung des Förderplans wurden Kinder und Jugendliche aktiv beteiligt. Zu Beginn des Jahres 2026 fanden an allen Kamener Schulen Befragungen statt. Daran nahmen 555 Grundschulkinder sowie 561 Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen teil. Ergänzend konnten Jugendliche im Rahmen einer Beteiligungsaktion Orte in Kamen fotografieren, die sie als problematisch oder unattraktiv empfinden, und Vorschläge für Verbesserungen einbringen.
Zu den zentralen Schwerpunkten des Förderplans gehört der Aufbau dauerhafter Beteiligungsstrukturen für Kinder und Jugendliche. Zudem sollen die Angebote der Offenen Kinder- und Jugendarbeit weiterentwickelt werden, insbesondere mit Blick auf ältere Jugendliche, die von bestehenden Angeboten nicht immer erreicht werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Inklusion. Die Kinder- und Jugendarbeit soll so gestaltet werden, dass Teilhabe unabhängig von individuellen Voraussetzungen oder Unterstützungsbedarfen möglich ist. Darüber hinaus betont der Förderplan die Bedeutung der Mobilen Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit. Beide Bereiche sollen dazu beitragen, junge Menschen in ihren Lebenswelten zu erreichen und frühzeitig zu unterstützen.
Der Förderplan sieht außerdem vor, bestehende Angebote der Kinder- und Jugendarbeit langfristig zu sichern und qualitativ weiterzuentwickeln. Die Umsetzung der Maßnahmen steht dabei unter dem Vorbehalt der finanziellen Leistungsfähigkeit der Stadt und der jeweiligen Haushaltsbeschlüsse.
Mit dem einstimmigen Beschluss des Jugendhilfeausschusses sind die Leitlinien für die Kinder- und Jugendförderung in Kamen bis zum Jahr 2030 festgelegt.
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Kamen. Die Fraktion WG Kamen & DIE PARTEI hat für die nächste Sitzung des Sozial-, Teilhabe- und Generationenausschusses einen Ergänzungsantrag zum CDU-Antrag über Bürgergeld und Grundsicherung eingereicht. Ziel sei es, die Diskussion auf eine breitere und faktenbasierte Grundlage zu stellen.
Während der CDU-Antrag vor allem Fragen zu Leistungsbezug, Kosten und Sanktionen in den Blick nehme, fordert die Fraktion zusätzliche Informationen zu den Ursachen von Hilfebedürftigkeit sowie zu Wegen aus Armut und Langzeitarbeitslosigkeit. Auch Kinder- und Erwerbsarmut, steigende Wohn- und Energiekosten sowie die Wirksamkeit von Qualifizierungs- und Integrationsmaßnahmen sollen thematisiert werden.
Darüber hinaus möchte die Fraktion die Situation von Alleinerziehenden und Menschen mit Behinderungen stärker berücksichtigen. Nach Ansicht von WG Kamen & DIE PARTEI werde in der öffentlichen Debatte häufig über die Kosten von Bürgergeld gesprochen, während die Ursachen sozialer Notlagen zu wenig Beachtung fänden.
Zur Begründung verweist die Fraktion auf den aktuellen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Demnach leben bundesweit 13,3 Millionen Menschen in Armut oder sind von Armut bedroht. Besonders betroffen seien Alleinerziehende, Menschen mit Behinderungen, ältere Menschen und Personen mit geringen Einkommen.
WG Kamen & DIE PARTEI begrüßen grundsätzlich die Initiative der CDU, das Thema im Ausschuss zu behandeln. Mit dem Ergänzungsantrag solle die Diskussion um soziale Sicherheit, Teilhabe und Armutsbekämpfung um weitere Aspekte ergänzt werden.
Archiv: Wie entwickelt sich das Bürgergeld in Kamen? CDU fordert umfassende Bestandsaufnahme
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Nicht überall ein Gewinn: Während neue Expresslinien beschleunigen, verlieren viele Ortsteile ihre direkte Busanbindung.Schneller zwischen den Zentren, schlechter in der Fläche: Der neue Nahverkehrsplan steht in der Kritik.
Kreis Unna. Seit Pfingstmontag, dem 25. Mai 2026, gilt im Kreis Unna ein vollständig neuer Nahverkehrsplan der VKU. Er setzt auf sieben neue X-Bus-Linien für schnelle Verbindungen zwischen den zentralen Orten, führt zugleich aber zu zahlreichen wegfallenden Haltestellen, ausgedünnten Takten und Protesten in vielen Kommunen.
„Schnelle Achsen zwischen den Städten sind richtig und überfällig. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass Menschen im Kreis deutlich längere Fahrzeiten als früher in Kauf nehmen müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Wer Ortsteile abhängt, gewinnt keine Fahrgäste für den ÖPNV, sondern treibt sie ins Auto“, sagt Michael Rotthowe, Co-Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.
Quer durch den Kreis treffen die Einschnitte vor allem Menschen, die keine Alternative zum Bus haben. In Unna verlieren die Bewohner des Seniorenheims St. Bonifatius ihre direkte Anbindung an die Innenstadt. Die nur rund 100 Meter entfernte Haltestelle Mühlenstraße entfällt. Künftig müssen sie entweder einen deutlich längeren Fußweg zur Haltestelle am Christlichen Klinikum oder einen Weg von rund einem Kilometer bis in die Innenstadt zurücklegen.
Die Schnellbuslinie S10, die Werne bislang stündlich mit Lünen verband, wird durch die neue Expresslinie X1 ersetzt. Diese ist zwar zwei Minuten schneller, streicht aber zwölf Haltestellen entlang der B54 ersatzlos. In Bönen-Nordbögge wurde mit der Linie 195 zudem eine wichtige Pendlerverbindung ins Industriegebiet gestrichen.
Auch die Verbindung zwischen Unna und Kamen zeigt nach Ansicht der Grünen, dass die versprochenen Ersatzangebote vielfach keine echten Alternativen darstellen. Das Umsteigen auf die neuen X-Bus-Linien kostet zusätzliche Zeit, und Anschlüsse wenige Minuten nach dem regulären Takt sind für viele Fahrgäste unpraktisch. Abends ab 20.30 Uhr wirkt der Fahrplan zwar wie ein Halbstundentakt, tatsächlich führt jedoch jede zweite Fahrt am Ziel vorbei. Fahrgäste müssen dann an einer oft ungeeigneten und schlecht beleuchteten Haltestelle warten, um anschließend wieder zurückzufahren. Die Reisezeit verdoppelt sich dadurch teilweise.
„Auf dem Papier hat manche Linie einen Ersatz. Im Alltag bedeutet das jedoch längere Wege, längere Wartezeiten und zusätzliche Umwege. Genau davor haben wir früh gewarnt“, sagt Co-Fraktionsvorsitzende Anke Schneider. Bereits im November 2024 hatte die Fraktion im Kreistag eine weitere Beteiligungsrunde beantragt und gefordert, die Stellungnahmen der Kommunen stärker zu berücksichtigen.
Die Grünen fordern deshalb schnelle und verbindliche Korrekturen am neuen Netz. Vorrang müsse die Wiederanbindung der Ortsteile und Einrichtungen haben, die von der Grundversorgung abgeschnitten wurden. Besonders betroffen seien Senioren, Schüler und Pendler ohne eigenes Auto.
Ebenso wichtig seien verlässliche Anschlüsse und realistische Fahrpläne, die auf das Bahn- und Busnetz abgestimmt sind. Knapp verpasste Umstiege und abendliche Umwegfahrten müssten der Vergangenheit angehören. Auch die Sicherheit spiele eine wichtige Rolle. Vor allem in den Wintermonaten müssten Umstiegshaltestellen ausreichend beleuchtet und für längere Wartezeiten geeignet sein.
Darüber hinaus fordert die Fraktion eine verbindliche Evaluation des neuen Netzes mit festem Zeitplan und klaren Kriterien. Eine Nachsteuerung allein nach betrieblichen Interessen der VKU reiche nicht aus. Im Ausschuss für Mobilität, Bauen, Kreis- und Regionalentwicklung wurde bereits vereinbart, dass die VKU in der kommenden Sitzung über die Rückmeldungen zum neuen Nahverkehrsplan berichtet. Die Grünen sehen darin die Chance, konkrete Verbesserungen auf den Weg zu bringen.
Den Hinweis, die Kommunen könnten fehlende Anschlüsse selbst bestellen und finanzieren, hält die Fraktion angesichts der angespannten Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden für keine ernsthafte Lösung. Dies bedeute lediglich eine Verlagerung der Verantwortung auf die kommunale Ebene.
Die Grünen erinnern zudem daran, dass sie den Nahverkehrsplan während des gesamten Verfahrens kritisch begleitet hätten. Konstruktive Vorschläge aus der Fraktion und den Kommunen seien wiederholt zurückgewiesen worden. Über die Zukunft des Nahverkehrs dürften nicht allein Verwaltung und Verkehrsbetrieb entscheiden. Die Fraktion fordert deshalb eine umfassende Beteiligung der Bevölkerung, wie sie bereits im Aufstellungsverfahren verlangt worden war.
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CDU beantragt Bericht zu Bürgergeld, Grundsicherung und Wohngeld in Kamen
CDU-Fraktionsvorsitzender Ralf Langner erläutert die Forderung seiner Fraktion nach einem umfassenden Bericht zu Bürgergeld, Grundsicherung und Wohngeld im Sozial-, Teilhabe- und Generationenausschuss der Stadt Kamen.Kamen. Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Kamen beantragt für die Sitzung des Sozial-, Teilhabe- und Generationenausschusses am 23. Juni 2026 einen umfassenden Bericht zu den Themen Bürgergeld, Grundsicherung und Wohngeld. Nach Vorstellung der Fraktion sollen dazu die Leiterin des Jobcenters Kreis Unna, Daniela Tomczak, sowie ein Vertreter der Stadtverwaltung eingeladen werden.
Ziel des Antrags ist es, aktuelle Zahlen und Entwicklungen für Kamen transparent darzustellen. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Entwicklung der Zahl der Leistungsbezieher, zu den Kosten der Sozialleistungen, zur Vermittlung von Arbeitslosen in Beschäftigung sowie zu den Auswirkungen neuer gesetzlicher Regelungen. Darüber hinaus sollen auch das Wohngeld, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und mögliche Fälle von Leistungsbetrug thematisiert werden.
„Die Diskussion über Bürgergeld, Grundsicherung und Arbeitsmarktpolitik wird derzeit sehr kontrovers geführt. Umso wichtiger ist es, dass wir die Situation vor Ort anhand von Fakten und belastbaren Daten bewerten können“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Ralf Langner. „Wir wollen eine sachliche Grundlage schaffen, auf der Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit die tatsächlichen Herausforderungen beurteilen können.“
Auch Ratsmitglied Wilhelm Kemna betont die Bedeutung des beantragten Berichts: „Unser Anliegen ist es nicht, Vorurteile zu bedienen, sondern Transparenz zu schaffen. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, wie sich die sozialen Leistungen entwickeln und welche Erfolge bei der Arbeitsvermittlung erzielt werden.“
Mit dem Antrag setzt die CDU-Fraktion auf einen offenen Austausch mit Fachleuten aus Verwaltung und Jobcenter. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, politische Entscheidungen künftig fundierter treffen zu können. Aus Sicht der Christdemokraten ist eine faktenbasierte Diskussion die beste Grundlage, um soziale Unterstützung wirksam auszugestalten und gleichzeitig die Belastungen für die öffentlichen Haushalte verantwortungsvoll im Blick zu behalten.
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So soll der künftige Anbau an der Sonnenschule demnächst aus der Perspektive der Straße Zum Toedtfeld aussehen. Grafik: Stadt Kamen
Kamen. (AG) Der Container an der Heeren-Werver Sonnenschule soll einem Neubau weichen. Den Planungsentwurf dafür stellte die Verwaltung jetzt im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Kamen vor.
Die Tage der Containeranlage, die seinerzeit aufgrund des Bedarfs an Schulplätzen auf der östlichen Seite des Schulgeländes aufgebaut wurde, sollen möglichst bald gezählt sein. Statt dessen soll demnächst ein zweiteiliger, zweigeschossiger Neubau südlich des Bestandsbaus, also oberhalb in Richtung der Straße Zum Toedtfeld, künftig einen Schulalltag ohne Gedränge ermöglichen. In Holzständer-Bauweise sollen dort zwei Gebäudekomplexe mit einer Höhe von 7,8 beziehungsweise 7,5 Metern entstehen. Darüber hinaus soll auf der westlichen Geländeseite eine Fahrradabstellanlage installiert werden. Für den Neubau weichen müssen nach der städtischen Planung nicht nur die Containeranlage, sondern auch zwei Hainbuchen, eine Platane und eine kleinere Bauminsel. Dieses Opfer soll sich jedoch lohnen, es gebe eine „gute Entwicklung für den Standort“ der Schule, so Baudezernent Dr. Uwe Liedtke.
Eine weitere gute Planungsnachricht im Fachausschuss waren die Modernisierungspläne der Firma Durable. Der international tätige Büroartikelhersteller und Büroausstatter mit Sitz an der Methleraner Ringstraße will seine ältesten Gebäudeteile ertüchtigen und energetisch sanieren, so die Verwaltung. Dies spreche eindeutig für ein „klares Bekenntnis zum Standort Kamen“, so Liedtke.
Was das Thema „Bauturbo“ betrifft, gebe es derzeit nichts Neues, so die Verwaltung. Es sei noch kein Projekt im Rahmen des Bundesprogramms im Zuge der Anpassung des Baugesetzbuchs gestartet worden. Baudezernent Liedtke hofft, den Mitgliedern des Planungsausschusses auf dessen Sitzung am Donnerstag, 16. Juli, erste Resultate präsentieren zu können.
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Der ehemalige Parkplatz des Hotels an der Ecke Max-Planck-Straße / Einsteinstraße soll als Neubaugebiet genutzt werden – allerdings mit beschränkter Dachsattelhöhe. Grafik: Stadt Kamen
Kamen. (AG) Ein neuer Bebauungsplan für den ehemaligen Parkplatz des Hotels an der Methleraner Max-Planck-Straße / Ecke Einsteinstraße wurde jetzt einstimmig im Planungs- und Stadtentwicklungsausschuss beschlossen. Das Ziel: Kleinteilige Wohnbebauung und Nachverdichtung statt Fläche für ursprünglich geplante Versorgungsanlagen.
Die Höhe der neuen Einzel- und Doppelhäuser, die an der Kreuzung entstehen sollen, ist jetzt geregelt: Die Anlieger brauchen sich keine Sorgen mehr machen, dass ihnen der Blick Richtung Westen übermäßig verstellt wird. Denn anstelle der bisherigen Festsetzung zur Geschossigkeit gilt künftig eine Festsetzung zur Gebäudehöhe. Dies ermöglicht den Bau von mehrgeschossigen Wohnungen, solange die Maximalhöhe nicht überschritten wird – entscheidend ist einzig und allein die Höhe des Dachsattels. Damit soll sichergestellt werden, dass die Neubauten nicht höher als der Bestandsbau sein dürfen, egal wie viele Geschosse pro Wohnhaus eingebaut werden. Gegenüber der Ursprungsplanung von vor vier Jahren sei die Bauhöhe im neuen Bebauungsplan für das östliche Plangebiet deutlich niedriger angesetzt, die Anwohner östlich des Bauteils 2 müssen keine Verschattung durch mehr als zwei Stockwerke hohe Neubauten mehr befürchten. Im Rahmen eines beschleunigten Verfahrens wird zulässigerweise von einer weiteren Bürgerbeteiligung sowie von einem Umweltbericht abgesehen. Seitens der Bürger wurden im Vorfeld des Beschlusses fünf Stellungnahmen zum Bebauungsplan abgegeben, vier weitere Bekundungen der Öffentlichkeit gingen im Rahmen der Veröffentlichung ein – in erster Linie ging es darin um die Sorge vor Verschattung. Diese hat sich mit der einstimmig beschlossenen Bebauungsplanänderung erledigt. Endlich, so Ausschussvorsitzender Heinrich Kissing (CDU), sei damit für Investoren und Bestandseigentümer gleichermaßen Rechtssicherheit geschaffen worden.
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