Ökumenisches Orgelkonzert in der Pauluskirche

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

orgel schweimlerBajon 920Kirsten Schweimler und Lukas Bajon an der Orgel der Pauluskirche.Kamen. Am Sonntag, dem 4. Oktober, 16.30 Uhr, findet in der Pauluskirche Kamen ein ökumenisches Orgelkonzert statt. Kantorin Kirsten Schweimler-Kreienbrink und der Organist der katholischen Kirche Heilige Familie, Lukas Bajon, werden dieses Konzert gemeinsam gestalten, als Ersatz für die eigentlich geplante 3. Kamener Orgelnacht, die aufgrund von Corona ins nächste Jahr verschoben wird.

Schwerpunkt des Programm sind – aus Anlass seines 250. Geburtstags – originale und für die Orgel bearbeitete Werke von Ludwig van Beethoven, umrahmt von Kompositionen anderer bedeutender „Bs“: Buxtehude, Bach, Bunk u.a..

Der Eintritt ist frei; am Ausgang erbitten wir Ihre Spende!

Da bei den Veranstaltungen aufgrund der Corona-Bestimmungen nur eine begrenzte Personenzahl in die Kirche darf, wurden abgezählte kostenlose Eintrittskarten vorbereitet, die man in den evangelischen Kirchen und Gemeindehäusern (Pauluskirche, Lutherkirche, Johannes-Buxtorf-Haus und Schwesterngang 1) sowie in der katholischen Kirche Heilige Familie erhalten kann.
Es ist auch möglich, sich per Email an schweimler@schieferturm oder telefonisch unter 05401/8329720 anzumelden. Die Eintrittskarte bzw. Anmeldung gilt bis 10 Minuten vor Beginn des Konzerts, danach werden freie Plätze an spontan erschienene Besucher vergeben.

Gesetzesänderungen im Oktober

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in "Darf ich?"

darf ich500Titel "Darf ich?" enthält Datei: #166484651 | © pixelkorn / Fotolia.comvon Julian Eckert

Kamen. Das Coronavirus bestimmt weiterhin die Neuerungen von Gesetzen und Vorschriften. Insbesondere für Reiserückkehrer gibt es einige wichtige Änderungen zu beachten. Freuen können sich diesen Monat hingegen nicht nur Eltern kindergeldberechtigter Kinder, sondern wir alle: Die Zeitumstellung beschert uns am 25.10. eine Stunde mehr.

Coronavirus I: Änderungen in NRW

Zukünftig sollen in NRW laut Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) private Feiern stärker eingeschränkt werden. Bisher galt, dass sie nur bis zu 150 Teilnehmende haben dürfen. Neu wird sein, dass bei mehr als 50 Teilnehmenden die Feier zwei Wochen vorher beim örtlichen Ordnungsamt angemeldet werden muss. Dabei sind auch Gästelisten vorzulegen und ein zentraler Ansprechpartner anzugeben. Diese neuen Maßnahmen sind auch eine Reaktion auf die Hochzeit in Hamm, die zur bundesweit höchsten Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern geführt hatte. 

Coronavirus II: Neue Regeln für Reiserückkehrer

Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten hatten in der Vergangenheit die Möglichkeit, an Flughäfen, Bahnhöfen oder autobahnnahen Standorten einen Test auf COVID-19 kostenfrei durchführen zu lassen. Diese Möglichkeit endet am 15. Oktober. Ab diesem Zeitpunkt wird es folglich keine Möglichkeit mehr geben, sich nach der Reiserückkehr direkt testen zu lassen. Gleichwohl verbleibt es bei der schon aktuell bestehenden Quarantänepflicht. Damit gilt für Reiserückkehrer ab dem 15. Oktober:

  1. Nach Einreise müssen Sie sich in eine 14-tägige Quarantäne begeben, d.h. Sie dürfen in dieser Zeit Ihre Wohnung nicht verlassen. Verstöße können ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro nach sich ziehen.
  2. Erst nach fünftägiger Quarantäne haben Sie die Möglichkeit, sich freiwillig und auf eigene Kosten auf das Coronavirus testen zu lassen. Zuvor ist ein Test nicht möglich. Wenn Sie ein negatives Testergebnis erhalten haben, endet Ihre Quarantäne - unabhängig davon, wie lange sie angedauert hat. Wenn Sie sich nicht testen lassen möchten, endet Ihre Quarantäne mit dem Ablauf des vierzehnten Tages.
  3. Bereits vor Abreise in ein Risikogebiet müssen Sie sich in ein Online-Portal eintragen. Wer sich nicht einträgt, riskiert ein Bußgeld. Nach Eintragung erhalten Sie eine Bestätigung, die Sie bei einer Kontrolle etwa durch die Polizei vorzeigen können.

Als Risikogebiete zählen inzwischen mehr als die Hälfter der EU-Mitgliedstaaten, bzw. Teile davon. Unter anderem 14 französische, fünf niederländische und drei österreichische Regionen, die teilweise bei deutschen Touristen überaus beliebt sind. Die tagesaktuelle Liste finden Sie auf https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete_neu.html

Kinderbonus - zweite Rate

Im September war bereits die erste Rate des Kinderbonus ausgezahlt worden, den der Bundestag zur Entlastung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie beschlossen hatte. Im Oktober erfolgt nun die Auszahlung der zweiten Rate in Höhe von 100 Euro pro kindergeldberechtigtem Kind. Die Auszahlungen erfolgt erneut nicht gemeinsam mit dem Kindergeld, sondern als eigene Zahlung. Die genauen Auszahlungstermine sind individuell und richten sich nach der Endziffer der Kindergeldnummer. Der Bonus wird bei Sozialleistungen nicht als Einkommen berücksichtigt.

Höhere Zuschüsse bei Zahnersatz

Der Zuschuss der gesetzlichen Krankenversicherungen für Zahnersatz wird ab dem 1. Oktober erhöht. Für Kronen, Brücken und Zahnprothesen mussten gesetzlich Versicherte bislang fünfzig Prozent der Kosten selbst tragen. Nun trägt die Krankenkasse 60 Prozent. Kann der Patient ein lückenloses Bonusheft vorweisen, übernehmen die Kassen sogar bis zu 75 Prozent.

Zeitumstellung

Es ist zwar keine Gesetzesänderung, aber eine Änderung ist es allemal: In der Nacht vom Samstag, 24.10. auf den Sonntag, 25.10. werden die Uhren zurück auf Winterzeit umgestellt. Das bedeutet, dass diese Nacht eine Stunde länger wird.

Über weitere gesetzliche Neuerungen informieren wir spätestens Ende Oktober wieder im Rahmen unserer Artikelserie zum Thema Recht: „Darf ich…?“.

Die Gewinnerin: 1 x 2 Tickets für das Kultur-Open-Air mit Matze Knop am 4. Oktober 2020

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kultur

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matze1020 1000

Wir haben 1 x 2 Tickets für das Kultur-Open-Air mit Matze Knop am 4. Oktober 2020 im MiniGolfPark an der Dürerstraße verlost.

Lachen, Bier und Fußball gehören einfach zusammen wie Sonne, Strand und Palmen. Undweil das so ist, stattet Matze Knop unserem Biergarten einen Besuch ab, bei dem es unter Garantie feucht und fröhlich zur Sache geht. In seinem Biergarten-Comedy-Spezial „Lachen, Bier & Fußball“ startet der Entertainer direkt von 0 auf 100 durch – und sorgt mit einem spektakulären Best-of-Programm dafür, dass die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen und nicht nur kühlen Hopfensaft tanken, sondern auch jede Menge positive Energie. Und natürlich dürfen Knops kultigste Parodien in dieser Show nicht fehlen. Kloppo lässt grüßen!

Die Gewinnerin: Nicole Neumann-Opdam aus Kamen

Herzlichen Glückwunsch!

Tickets & VVK: Gartencenter Röttger, Bergkamen – Trinkhalle Hattebier, Kamen – MiniGolfPark, Kamen
Tickethotline: 02307-910146

Eintritt: VVK 25€ – AK 30€

Einlass: 17 Uhr – Beginn: 18 Uhr

Einsendeschluss ist der 28.09.2020, 23:59:59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Gewinnspiel- und Teilnahmebedingungen der Brettschneider & Hanck GbR - Matze Knop auf dem Kultur-Open-Air im MiniGolfPark am 04.10.2020

Archiv: Matze Knop tritt im MiniGolfPark auf

Spatenstich für erste Klimaschutzsiedlung in Methler

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

MethlerKlimasiedlung1 920CVBeim Spatenstich für die erste Klimaschutzsiedlung griffen Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke, Finanzkirchmeisterin Susanne Baumert, Bürgermeisterin Elke Kappen und Baukirchmeisterin Annette Wortmann zum Spaten. Fotos: Christoph Volkmer für KamenWeb.de

von Christoph Volkmer

Methler. Mit dem obligatorischen Spatenstich ist die Klimaschutzsiedlung in Kamen-Methler zum Wochenstart sichtbar auf den Weg gebracht worden. Die Nachfrage nach den 35 Baugrundstücken für Einzel- und Doppelhäuser ist mit über 300 Bewerbern schon jetzt enorm.

MethlerKlimasiedlung2 920CVEinige Ratsmitglieder verfolgten den Startschuss für die erste Klimaschutzsiedlung in Methler. „Viele Menschen schauen auf uns, denn das ist ein Projekt, was zu einem Stück auch in die Bau-Zukunft weist“, so Bürgermeisterin Elke Kappen am Montagnachmittag beim Spatenstich an der Wohnbaufläche an der Germaniastraße hinter dem Seniorenzentrum „Peter und Paul“. Auf der rund 3,1 ha großen Wohnbaufläche können 35 Baugrundstücke mit Grundstücksgrößen im Bereich von 300 bis 600 Quadratmetern entwickelt werden.

Nördlich des Altenzentrums sind zudem zwei Mehrfamilienhäuser mit maximal sechs bis acht Wohneinheiten vorgesehen. „Ein Schwerpunkt der Klimaschutzsiedlung ist die Vermeidung von wärmebedingten CO2-Emissionen im Gebäudebereich. Hier entstehen also hocheffiziente Häuser, die Klima und Umwelt profitieren lassen. Insofern ist das für uns ein Vorzeigeprojekt“, erklärte Kappen weiter.

Der Acker gehört der Evangelisch Lutherischen Kirchengemeinde Methler, das Projekt sei im „guten Schulterschluss“ miteinander entwickelt worden, teilte die Bürgermeisterin den anwesenden Ratsvertretern und Mitgliedern der Kirchengemeinde mit. Die Nachfrage ist hoch. Aktuell stehen 291 Interessenten auf der Liste der Stadt, die über 21 der Grundstücke verfügt. Die Kirchengemeinde vergibt 14 Grundstücke und hat dafür bereits 20 Bewerber.

Die Nachfrage dürfte noch zunehmen, denn die Grundstücksvergabe erfolgt erst im ersten Quartal 2021. „Bei der großen Nachfrage machen wir uns keine Gedanken darüber, das wir die Grundstücke nicht loswerden, dafür ist die Warteliste viel zu lang“, sagte die Bürgermeisterin. Derzeit ist die Stadt dabei, die Erschließungskosten zu ermitteln, die dann auf die Grundstückspreise umgelegt werden.

Die Kirche vermarktet nach bewährtem Erbbaurecht in Eigenregie, das bedeutet, dass die Häuslebauer das Grundstück nicht kaufen müssen, sondern der Kirchengemeinde einen jährlichen Erbbauzins zahlen.
Während der Bauphase werde es sicher Einschränkungen geben, vermutete Kappen. „Aber ich bin sicher, dass für das Dorf Methler und die Menschen, für die wir das hier machen, hier eine gute Wohnqualität geschaffen wird und dafür muss man eben die ein oder andere Einschränkung hinnehmen.“

Auch Pfarrer Jochen Voigt blickt optimistisch auf das Projekt. Dennoch gebe es ein paar Dinge, die im Auge behalten werden müssten, beispielsweise die künftige Parkplatzsituation an den beiden Mehrfamilienhäusern. „Es geht nicht, dass dann später auf dem Gemeindeparkplatz geparkt wird“, so Voigt. Beim laufendem Bau müsse zudem darauf geachtet werden, dass es keine Komplikationen zwischen ausfahrenden Baggern und Eltern, die ihre Kinder vom gegenüberliegenden Kindergarten abholen, gebe.

Archiv: Wohnbebauung südlich Dorf Methler: Bebauungsplanentwurf für Klimaschutzsiedlung liegt aus

Raub auf Nachtbus: Täter bedroht Fahrer mit Schusswaffe und flieht mit Beute

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Blaulicht

polizeiKWJEFoto: Julian Eckert für KamenWeb.deBergkamen. Ein bislang noch unbekannter Täter ist am Samstag (26.09.2020) gegen 02.25 Uhr an der Haltestelle Sugambrerstraße in einen Nachtbus eingestiegen und hat den Fahrer mit einer Schusswaffe bedroht und die Herausgabe der Geldkassette und des Portemonnaies des 54-Jährigen gefordert. Dieser Aufforderung kam der Busfahrer unverzüglich nach. Mit einer dreistelligen Beute flüchtete der Täter zu Fuß in Richtung Alisostraße. Eine sofort eingeleitete Nahbereichsfahndung verlief ohne Ergebnis.

Der Geschädigte sowie Businsassen beschrieben den Täter, der mit einem Einwegmundschutz vermummt war, wie folgt:

- Männlich
- 175-180 cm groß
- 20-25 Jahre alt
- Blonde Haare
- Blaue Augen
- Schlanke Statur
- Polnischer/russischer Akzent
- Schwarze Jogginghose
- Hellblaue Jeans
- Schwarze Turnschuhe
- Grau-schwarzes Basecap

Die Polizei sucht Zeugen. Hinweise nimmt die Wache Kamen unter der Rufnummer 02307-921 3220 entgegen. (ots)

Erste COVID-19 Infektion in der Diesterwegschule Kamen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gesundheit

Aktuelle Information der Diesterwegschule Kamen (Stand 28.09.2020):

"Liebe Eltern,

wie sie sicherlich bereits gehört haben, gibt es an unserer Schule nun die erste COVID 19 Infektion. Die betroffenen Eltern und Lehrkräfte wurden vom Gesundheitsamt informiert und alle Kinder der betreffenden Klasse sowie deren Lehrkräfte befinden sich nun bis zum 08.10. in häuslicher Quarantäne.

In den nächsten Tagen wird es für diese Klasse und Lehrkräfte eine Testung geben. Wir hoffen natürlich, dass die Testungen negativ ausfallen werden. Über die weiteren Entwicklungen werden wir Sie an dieser Stelle informieren, über das weitere Vorgehen entscheidet das Gesundheitsamt.

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auch noch einmal daran erinnern, dass Sie für die Mund-Nasen-Bedeckung Ihres Kindes verantwortlich sind. Bitte kontrollieren Sie täglich, ob Ihr Kind eine, besser noch zwei, Mund-Nasen-Bedeckungen dabei hat.

Bitte halten Sie sich auch weiterhin an alle empfohlenen Hygienevorschriften und bleiben Sie gesund!

Ihr Team der Diesterwegschule"

Bestätigter COVID-19-Fall in der Gesamtschule Kamen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gesundheit

gesamtschule19KWAktuelle Information der Gesamtschule Kamen (Stand 28.09.2020):

"Liebe Eltern und Erziehungsberechtigte,

am Samstag, den 26.09.2020 wurde ich durch das Kreisgesundheitsamt darüber in Kenntnis gesetzt, dass ein Schüler/ eine Schülerin des fünften Jahrgangs der Gesamtschule Kamen positiv auf Corona getestet wurde.

Alle Personen, die dort im Zeitraum vom 17.09.2020 bis 24.09.2020 in der Klasse unterrichtet wurden und dort als Lehrkräfte tätig waren, sind von den weiteren Maßnahmen betroffen. Alle Beteiligten befinden sich in Quarantäne. In direkter Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt greifen folgende Maßnahmen:

Alle beteiligten Personen werden unverzüglich amtlich informiert und über Quarantänemaßnahmen, Kontaktbeschränkungen und Testung informiert. Für Dienstag, den 29.09.2020, ist eine Testung aller betroffenen Personen vorgesehen. Alle Betroffenen erhalten danach schnellstmöglich eine Information des Kreisgesundheitsamtes mit genaueren Informationen zur Dauer und Art der Quarantäne.

Es ist davon auszugehen, dass die betroffene Klasse bis zu den Herbstferien nicht mehr in die Schule zurückkehren wird. Insgesamt sind 13 Lehrkräfte beteiligt, so dass es Einschränkungen im Unterrichtsbetrieb geben wird. Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, den Unterrichtsausfall so gering wie möglich zu halten. Daran arbeiten wir aktuell.

Den infizierten Personen wünsche einen möglichst milden Krankheitsverlauf und baldige Genesung.

Der Schulgemeinde danke ich für das Verständnis und die Geduld, die alle in dieser Situation aufbringen müssen, insbesondere den Eltern der betroffenen Klasse. Schuld an dieser Situation haben nicht einzelne Personen, sondern das Virus! Jeder könnte betroffen sein, daher bitte ich um Respekt gegenüber den betroffenen Personen.

Wir hoffen, dass die Maßnahmen dazu beitragen werden, die Infektionsketten zu unterbrechen und erinnere noch einmal an die dringende Bitte der Schulkonferenz, die Mund-Nase Bedeckung auch im Unterricht zu tragen. Es geht in erster Linie um die Gesundheit, aber auch darum, weiteren Unterrichtsausfall zu vermeiden.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Stewen (Schulleiter)"

Herbstferien-Beginn in vier Bundesländern

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Auto, Straßen & Verkehr

Baustellen, Berufs- und Urlaubsverkehr belasten die Straßen / ADAC Stauprognose für 2. bis 4. Oktober

Herbsturlauber und Ausflügler bestimmen am Wochenende das Verkehrsgeschehen: In den Bundesländern Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein beginnen die Herbstferien. Die durch den Herbstreiseverkehr verursachten Staulängen dürften aber bei Weitem nicht die Dimensionen des Sommers erreichen. Mitverantwortlich für das verhaltene Reiseverhalten ist auch die anhaltende Corona-Krise.

Ein Großteil der Deutschen wird seinen Herbsturlaub wegen der Corona-Pandemie in Deutschland verbringen. Besonders staugefährdet sind daher die Straßen in die Berg- und Seenlandschaften und zu den Küsten. Am bundesweiten Feiertag am Samstag, 3. Oktober (Tag der Deutschen Einheit) wird sich dort bei schönem Wetter das Verkehrsaufkommen entsprechend erhöhen. Auch die vielen Baustellen können den Verkehrsfluss lähmen. Momentan gibt es knapp 800 davon auf Deutschlands Autobahnen.

Zur Erleichterung des Ausflugsverkehrs dürfen am Tag der Deutschen Einheit Lkw über 7,5 Tonnen auf Deutschlands Straßen in der Zeit von 00:00 bis 22:00 Uhr nicht unterwegs sein. Die Spitzenzeiten sind: Freitagnachmittag, Samstagvormittag und Sonntagnachmittag.

Die besonders belasteten Fernstraßen (beide Richtungen):

• Fernstraßen zur und von der Nord- und Ostsee
• Großräume Berlin, Hamburg, Frankfurt und München
• A 1 Hamburg – Bremen
• A 3 Köln – Frankfurt – Nürnberg – Passau
• A 5 Hattenbacher Dreieck – Karlsruhe – Basel
• A 6 Mannheim – Heilbronn – Nürnberg
• A 7 Hamburg – Hannover – Würzburg – Füssen/Reutte
• A 8 Karlsruhe – Stuttgart – München –Salzburg
• A 9 Halle/Leipzig– Nürnberg – München
• A 24 Hamburg – Berlin
• A 93 Inntaldreieck – Kufstein
• A 95/B 2 München – Garmisch-Partenkirchen
• A 96 München – Lindau
• A 99 Umfahrung München

Der Reiseverkehr im und ins benachbarte Ausland ist wegen Corona in diesem Herbst ebenfalls weniger stark als in den Vorjahren. Lebhaft wird es am ehesten auf der Tauern-, Fernpass-, Brenner-, Karawanken-, Rheintal- und Gotthard-Route, die vor allem Späturlauber anziehen. Bei schönem Wetter sind die Strecken zu den Wanderzielen der Alpen ebenfalls stärker befahren. An den Grenzen ist mit Wartezeiten durch intensive Personenkontrollen zu rechnen. Wer aus Risikoregionen zurückkommt, muss ich nach der Heimkehr auf Corona testen lassen und gegebenenfalls mit Quarantäne rechnen.

Gibt es oder gibt es nicht? Fußballfragen für Experten

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Lokalnachrichten

fussballKWvon Heinrich Peuckmann

Alle reden mit beim Fußball, jeder weiß alles besser, aber wer hat wirklich Ahnung? Hier Fragen, die ein Experte auf jeden Fall beantworten müsste.

1. Gibt es das, einen Fußballer, der Deutscher Meister wurde, Pokalsieger, der mehrere Länderspiele bestritt, aber nur einen Arm hatte?

Ja, den gab es. Robert Schlienz hieß er, spielte beim VfB Stuttgart, wurde sogar zweimal mit seiner Mannschaft Meister und Pokalsieger und bestritt 1955 sein erstes von drei Länderspielen. Bei einem Verkehrsunfall hatte er 1948 seinen linken Unterarm verloren, seine Fußballkarriere schien beendet zu sein, aber sein Trainer Wurzer überredete ihn, nicht aufzugeben und so trat Schlienz schon vier Monate nach der Amputation wieder für seinen VfB an, nicht mehr als torgefährlicher Stürmer, sondern als Mittelfeldspieler. Schlienz war nicht irgendein Spieler der damaligen Meistermannschaft des VfB, er war der beste, der Star des Teams. Bundestrainer Herberger zögerte lange, ihn für die Nationalmannschaft aufzustellen. Als er am 28. Mai 1955 beim 2:1-Sieg gegen Irland sein erstes Spiel bestritt, fanden viele Fußballexperten diese Entscheidung längst als überfällig. Herberger hatte so lange gezögert, weil er Sorge hatte, gegnerische Mannschaften könnten einen Spieler mit einem so großen Handicap nicht richtig angreifen und solch einen Vorteil wollte der Bundestrainer nicht.

2. Ein Länderspiel der deutschen Mannschaft, bei dem zu wenig Spieler anreisten und die Verantwortlichen auf der Tribüne nachschauen mussten, ob sie geeignete Spieler finden konnten, die binnen einer Stunde vom Zuschauer zum Nationalspieler aufstiegen, gibt es das?

Ja, das gab es auch. 1910, beim Länderspiel gegen Belgien war das, als der DFB übersah, dass am Tag vorher das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft stattfand und man vom Meister Karlsruher FV mehrere Spieler einlud, die aber nach ausgiebiger Siegesfeier nicht nach Duisburg anreisen konnten. Nur acht Spieler waren erschienen, die Belgier dagegen waren komplett angereist. Sie bereiteten sich schon auf das Spiel vor, als der Fehler auffiel, so dass eine Absage nicht mehr möglich war. Folglich sah man sich heimlich auf der Tribüne um und entdeckte vier Duisburger Spieler, die gekommen waren, um sich ein Länderspiel anzusehen. Berghausen, Budzinsky, Schilling und Breynk hießen sie, von denen drei kurz drauf in der Anfangsformation standen und Breynk später, was damals noch ungewöhnlich war, eingewechselt wurde. Damals spielte man mit elf Spielern durch, egal, was passierte. Breynk wurde übrigens für Peco Bauwens eingewechselt, den späteren DFB-Präsidenten, der gegen Belgien sein einziges Länderspiel bestritt und nach siebzig Minuten konditionelle Probleme hatte. Was Wunder, dass das Spiel mit 0:3 verloren ging. Dabei spielte Zufallsnationalspieler Christian Schilling so gut, dass er noch zu einem zweiten Spiel eingeladen wurde. Aber auch dieses Spiel gegen Holland ging mit 1:2 verloren. Womit auch seine Nationalmannschaftskarriere, die eigentlich gar nicht beginnen sollte, zu Ende war.

3. Kann man sich denn das vorstellen, einen Nationalspieler, der kein Länderspiel bestritten hat?

Nein, das kann man nicht. Nationalspieler wird man ja gerade dadurch, dass man in einem Länderspiel mitmacht. Aber fast, so könnte man sagen, fast gibt es das trotzdem, was an dem Verständnis des Wortes „mitmachen“ liegt. Denn es gab einen Spieler, der sein erstes Länderspiel bestritt, ohne ein einziges Mal an den Ball zu kommen. Hartwig Bleidick von Borussia Mönchengladbach war das, der mit seiner Mannschaft mehrfach Deutscher Meister wurde, aber immer nur in der Amateurnationalmannschaft eingesetzt wurde. Ob ein Meisterspieler in der Bundesliga tatsächlich noch Amateur sein kann, soll hier nicht weiter hinterfragt werden, aber einmal wurde Verteidiger Bleidick doch zu einem Länderspiel eingeladen. 1971 beim EM-Qualifikationsspiel gegen Albanien war das. Gleich mehrere Abwehrspieler hatten verletzt absagen müssen, da griff Bundestrainer Schön in seiner Not auf Bleidick zurück. Die Absicht, ihn spielen zu lassen, hat er wohl nie gehabt, er wollte nur auf eine Notsituation vorbereitet sein. Aber da kannte er seinen Stammspieler Berti Vogts schlecht, der mit Bleidick befreundet war. Berti war schon immer Kumpel gewesen. Kurz vor Schluss des Spiels, das mühevoll mit 2:0 gewonnen wurde, spielte er plötzlich den Verletzten. Nein, die letzten zwei Minuten konnte er auf keinen Fall weiterspielen, signalisierte er zur Trainerbank, so dass Helmut Schön doch noch Bleidick einwechseln musste. Das geschah freilich so spät, dass er nicht mehr an den Ball kam. Ein Nationalspieler, der nicht mal den Ball berührt, also nicht im Wortsinne mitgemacht hatte, das konnte Helmut Schön nicht zulassen. So lud er ihn zehn Tage später zu einem weiteren Länderspiel ein und wechselte ihn nach einer Stunde für Beckenbauer ein. Zwei Länderspiele hat Hartwig Bleidick also bestritten. Eines mit Ballberührung und eines ohne.

4. Gibt es das denn, einen Schiedsrichter, der im Spiel bei einer Weltmeisterschaft die Flanke einer Mannschaft absichtlich wegköpft, damit sie kein Tor schießen kann?

Tatsächlich, das hat es auch gegeben. Der schwedische Schiedsrichter Eklind leistete sich diese unglaubliche Unsportlichkeit bei der WM 1934 in Italien. Die Österreicher mit ihrem Wunderspieler Sindelar reisten als Favoriten an, und obwohl gleich mehrere ihrer besten Fußballer durch Fehlplanung des Verbands nicht mitreisen konnten, erreichten die Österreicher erwartungsgemäß das Halbfinale gegen Italien. In diesem Spiel fing ihr Torwart Platzer eine Flanke des italienischen Außenstürmers Orsi ab, wurde dann aber von den italienischen Stürmern Miazza und Schiavo schwer gefoult und im Fallen auch noch über die Torlinie geschubst. Eklind erkannte trotzdem auf Tor. Der Ball hatte ja, in den Armen des gefoulten Torhüters Platzer, die Torlinie überschritten. In der zweiten Halbzeit setzte er dem Ganzen dann die Krone auf. Eine Flanke von Sindelar auf seinen frei vor dem italienischen Tor stehenden Mitspieler Zischek köpfte er einfach weg. Nicht ein italienischer Abwehrspieler tat das, sondern der Schiedsrichter selber! Italien wurde Weltmeister, die Österreicher, enttäuscht durch den Ausgang dieses Spiels, verloren auch noch das Spiel um den dritten Platz gegen Deutschland. Später stellte sich heraus, dass Eklind, noch am Abend vorher Ehrengast bei dem Faschisten Mussolini, bestochen war.

5. Ist das denkbar? Ein Weltstar des Fußballs, den die Nazis ermorden ließen?

Doch, das ist denkbar, wenn auch nicht bewiesen. Es handelte sich um den schon erwähnten Matthias Sindelar, den wohl besten Fußballer seiner Zeit. Sindelar, so viel steht fest, mochte die Nazis nicht, die 1938 Österreich besetzten und die österreichische Nationalmannschaft, die sich für die WM 1938 qualifiziert hatte, sofort auflösten. Als Trost für die enttäuschten Fußballfans fand ein Spiel „Altreich“ gegen „Ostmark“ statt. In diesem Spiel hat Sindelar in aufreizend lässiger Weise gleich mehrere hundertprozentige Chancen vergeben, um zu zeigen, wie wenig Wert er diesem Spiel beimaß. Als er dann doch das 1:0 für die „Ostmark“ erzielte, führte er vor den Nazis auf der Haupttribüne ein Freudentänzchen auf, um sie noch mehr zu provozieren. Danach wurden alle Profiverträge der österreichischen Fußballer aufgelöst und so genannte jüdische Vereine verboten. Dazu gehörte auch Sindelars Verein Austria Wien. Dessen Vorsitzenden auch nur zu grüßen, wurde den Spielern verboten, woran sich Sindelar nicht hielt. „I, Herr Doktor, wird Ihna oba immer griaßn“, soll er gesagt haben.
Herbergers wiederholte Einladungen, für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, ignorierte er. 1939 wurde er tot in seinem Bett gefunden, neben ihm lag seine jüdische Freundin Camilla, die zwar noch lebte, aber einen Tag später verstarb. Der Kamin wäre schadhaft gewesen, wurde bei Untersuchungen festgestellt, beide seien an einer Kohlenmonoxydvergiftung gestorben. Aber die Polizisten, die die beiden gefunden haben, behaupteten später, Ofen und Kamin wären in Ordnung gewesen. Der Verdacht, dass daran manipuliert worden war, blieb bestehen.
Sindelar, ein doppelt betrogener also. Beim Fußball betrogen um den WM-Titel 1934 und später, seiner Standhaftigkeit wegen, auch noch um sein Leben gebracht.

6. Hat es das gegeben? Einen Fußballer, der viele Länderspiele bestritt, an einer Weltmeisterschaft teilnahm und gleichzeitig ein bekannter Romanautor war, der viele Literaturpreise erhielt und als Kandidat für den Nobelpreis galt?

Nein, das hat es nicht gegeben. Aber in Ungarn gibt es ein Brüderpaar aus der berühmten Esterhazy-Sippe, von denen der eine ein großartiger Fußballer wurde und der andere ein weltberühmter Schriftsteller. Marton Esterhazy kam auf fast 30 Länderspiele und nahm mit der ungarischen Mannschaft an der Weltmeisterschaft 1986 teil, bestritt dort alle drei Vorrundenspiele, schied dann aber aus. Sein Bruder Peter sollte nach dem Willen der Fußball begeisterten Mutter, die mit den großen Spielern der Wunderelf von 1954 befreundet war, ebenfalls Fußballer werden. Zu jedem Spiel ihrer Söhne ist sie hingelaufen und hat auf der Tribüne mitgezittert, geschimpft, gedroht und ist so manches Mal des Platzes verwiesen worden. Zu Peters Spielen kam sie aber nicht mehr, als der 14 Jahre alt wurde. Da hatte ihr der fachmännische Blick gezeigt, dass aus diesem Jungen nichts werden würde. So wurde Peter fast zwangsläufig Schriftsteller, der großartige Romane geschrieben hat, nicht zuletzt über Fußball. „Keine Kunst“ zum Beispiel, in dessen Mittelpunkt die Fußballverrückte Mutter steht, für die kein Geringerer als der geniale Ferenc Puskas geschwärmt hat.

7. Schon einen Hattrick in einem Länderspiel zu erzielen, ist schwierig. Kann man sich dann vorstellen, dass ein Spieler mal sage und schreibe 10 Tore in einem Länderspiel erzielt hat?

Doch, das hat es tatsächlich gegeben, auch wenn man es sich kaum vorstellen kann. Dem Karlsruher Gottfried Fuchs ist diese bisher einmalige Leistung in der deutschen Länderspielgeschichte geglückt. Sie fand statt während der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm im Spiel gegen Russland. Mit 16:0 wurden die Russen vom Platz gefegt, Fuchs traf zehnmal, sein Freund Fritz Förderer, der wie er beim Karlsruher FV spielte, schoss 4 Tore. Eine Medaille haben die Deutschen trotzdem nicht gewonnen, weil in den anderen Spielen gegen Ungarn und Österreich jeweils Spieler verletzt wurden, die nicht ausgewechselt werden durften, darunter bei der Niederlage gegen Österreich der Torhüter Albert Weber. Insgesamt bestritt Fuchs 6 Länderspiele, in denen er 13 Tore schoss. Der Schnitt von über zwei Toren pro Spiel ist ebenfalls bis heute Rekord. 1910 wurde Fuchs mit seinem Verein Karlsruher FV zudem deutscher Fußballmeister.
Fuchs hatte ein besonderes Schicksal, denn er war Jude, der zweite Spieler dieses Glaubens, dem der Sprung in die Nationalmannschaft gelang. Während sein Mannschaftskollege Julius Hirsch 1943 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde, gelang Fuchs 1937 rechtzeitig die Flucht über die Schweiz nach Frankreich. 1940, als die Nazis einmarschierten, musste er weiter nach Kanada fliehen, wo er unter dem Namen Gotfrey Fochs den Rest seines Lebens verbrachte. Sein größter Fan war der spätere Bundestrainer Sepp Herberger. Herberger war ja ebenfalls ein guter Fußballer gewesen, der dreimal für die Nationalmannschaft spielte. Fuchs war sein großes Vorbild, auch später, als Fuchs längst aus allen Fußballannalen gestrichen war, erinnerte er immer wieder an ihn. Als die deutsche Nationalmannschaft 1956 in Moskau gegen die Sowjetunion spielte, schickte Herberger ihm eine Grußkarte nach Kanada, die er von allen Spielern unterschreiben ließ. Damit erinnerte er Fuchs an seinen Torrekord gegen Russland. Als 1972 das Olympiastadion in München mit einem Spiel gegen die Sowjetunion eingeweiht werden sollte, schlug Herberger dem DFB-Präsidenten Neuberger vor, Fuchs auf DFB-Kosten als Ehrengast einzuladen, was Neuberger aber ablehnte, um – wie er sagte – keine Präzedenzfälle zu schaffen. Eine unsinnige Argumentation, Fuchs war der einzige überlebende jüdische Nationalspieler. Enttäuscht schrieb Herberger seinem Vorbild Fuchs von dieser Ablehnung, die ihn aber nicht mehr erreichte. Fuchs war einen Monat vorher gestorben.
Den Weltrekord an Toren in einem Länderspiel hält übrigens der Australier Archie Thompson, der 2001 beim Länderspiel gegen Amerikanisch-Samoa dreizehn Mal traf. Der australische Sieg in Höhe von 31:0 ist ebenfalls Weltrekord. Thompson schoss, dies nebenbei, auch den schnellsten Hattrick der Geschichte. Nach seiner Einwechslung im Spiel gegen Guam traf er innerhalb von fünf Minuten dreimal.

8. Einen Torwart, der bei einer Weltmeisterschaft einen Sonnenstich erleidet, in tranceähnlichem Zustand durch den Torraum taumelt und schließlich vom Masseur, der hinter seinem Tor steht, dirigiert wird, sich nach links oder rechts zu werfen, weil er die Schüsse auf sein Tor nicht mehr erkennen kann, hat es das gegeben?

Ja, auch das ist vorgekommen. Im Viertelfinalspiel bei der Weltmeisterschaft 1954 zwischen Österreich und Gastgeber Schweiz erlitt der österreichische Torwart Kurt Schmied schon kurz nach Anpfiff einen Sonnenstich, was dadurch auffiel, dass er plötzlich durch die eigene Hälfte irrte, kaum noch ansprechbar war und so gut wie nichts vom Spiel mitbekam. Es war ein glühend heißer Tag, als „Hitzeschlacht von Lausanne“ ging das Spiel in die Annalen ein. Vor allem aber als dasjenige WM-Spiel, in dem bisher die meisten Tore fielen. Die Schweizer gingen mit 3:0 in Führung, kein Wunder bei dem Handicap der Österreicher, die dann ihre Taktik umstellten. Bedingungsloser Angriff war fortan ihre Devise, zumal sie sich auf ihre Abwehr ja nicht mehr verlassen konnte, und tatsächlich verwandelten sie den klaren Rückstand innerhalb von nur zehn Minuten in einen Vorsprung von sage und schreibe 5:3. In der Halbzeit wurde Schmied ohnmächtig, konnte aber rechtzeitig bis zum Anpfiff wieder zu Bewusstsein gebracht werden. Nur noch zwei Tore ließ er zu, dank der Mithilfe des Masseurs natürlich, der ihn dirigierte und Schwämme mit kaltem Wasser zuwarf, zwei Tore schossen aber auch die Österreicher, so dass sie am Ende mit 7:5 gewannen. Alle österreichischen Spieler haben später von diesem Sieg in höchsten Tönen geschwärmt, Schmied hat sich ihre Berichte immer nur ungläubig angehört. Er konnte sich nämlich an nichts erinnern.
Im Halbfinalspiel gegen Deutschland musste er durch den verletzten Stammtorwart Zeman ersetzt werden, der einen rabenschwarzen Tag erwischte. Locker mit 6:1 besiegten die Deutschen die Österreicher und schafften im Finale die Sensation gegen Ungarn. Wer vom „Wunder von Bern“ redet, sollte auch die „Hitzeschlacht von Lausanne“ nicht vergessen.

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