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von Dr. Götz Loos
Der Begriff: GlockenblumeDie Glockenblumengewächse sind eine Pflanzenfamilie, deren Hauptvertreter mit zahlreichen Arten die Glockenblumen selbst sind. Die Glockenblumen besitzen in der großen Mehrzahl der Arten eine charakteristische, verwachsene Krone mit glockiger, röhriger oder trichterartiger Form, d.h. die Kronblätter sind miteinander verwachsen. Inzwischen weiß man durch Untersuchungen am Erbgut, der DNA, dass die Verwandtschaftsverhältnisse innerhalb der Familie komplizierter sind und die früher oft als große Gattung Campanula akzeptierte Megagruppe der Glockenblumen aufgeteilt werden muss, wenn man andere, deutlich getrennte Gattungen wie die Teufelskrallen aufrecht erhalten möchte (was einzig sinnvoll ist). Dabei entstehen vorwiegend die beiden großen Gattungen Campanula und Rapunculus, die sich auch in einigen äußeren Merkmalen charakterisieren lassen.
Verwilderter Bestand der Hängepolster-Glockenblume an Gartenrand neben Unkeler Weg- Details
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Seseke-Park in Kamen. Foto: Archiv KamenWeb.de
Emscher- und Lippe-Gebiet. Der nasse Jahrestrend setzt sich im November fort. Lediglich an zwei bis drei Tagen fiel beinahe kein Regen. Dies zeigen die Niederschlagsdaten, welche monatlich von Fachleuten von Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) ausgewertet werden.
Über den Monat verteilt ergossen sich insgesamt 122,9 Millimeter Wasser im Emscher-Gebiet. Zur Erklärung: Eine Niederschlagshöhe von 122,9 Millimetern entspricht einer Regenmenge von 122,9 Litern pro Quadratmeter. Verglichen mit dem Durchschnittswert von 67 Millimetern für die November-Monate zwischen 1931 und 2023 sind das 56 Millimeter mehr. Dies entspricht Platz 6 der nassesten November seit 1931.
Der Niederschlag im Lippe-Gebiet erreicht mit einer Durchschnittsregenmenge von 120,3 Millimetern Platz 7. Hier fielen ebenfalls 56 Millimeter mehr als im langjährigen November-Mittel, welches im Lippe-Gebiet bei 64 Millimetern liegt.
Mit jeweils bis zu rund 25 Millimeter Regen innerhalb eines Tages waren der 14. und 27. November die wasserreichsten Tage im Emscher-Lippe-Gebiet. Am 14. November wurden die großen Regenmengen von über 25 Millimetern (in der Spitze bis 31 Millimetern innerhalb von 24 Stunden) im Raum Dortmund sowie in Gelsenkirchen-Scholven, Gelsenkirchen-Hassel und Herten-Westerholt gemessen. Im Dortmunder Süden wurden zusätzlich am 27. November Werte von über 25 Millimetern erreicht.
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Foto: Wildkaninchen Media-ID: 11666640 / de.clipdealer.comKamen. Sucht man bei den Säugetieren nach Kulturfolgern, also Tieren, die den Menschen in ihren Siedlungen sehr nahekommen und von ihnen in verschiedener Hinsicht profitieren - so denkt man neben den ungeliebten Wanderratten und Hausmäusen wohl am ehesten an Kaninchen - Wildkaninchen, um genau zu sein, denn sie gehören niemandem und sind frei geboren.- Details
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Stark durch Tritt "niedergestrecktes" Exemplar des Echten Eisenkrautes auf Gehsteig
von Dr. Götz Loos
Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis) an der Auffahrt von der Koppelstraße auf die HochstraßeKamen. Eisen im Namen, das klingt schon fast etwas martialisch - das Echte oder Gewöhnliche (früher "Gebräuchliche") Eisenkraut (Verbena officinalis) heißt nicht nur so, sondern im Volksmund früher zudem oft, noch stärker, "Eisenhart". Wir hatten in einer früheren Folge bereits das Argentinische Eisenkraut, neuerdings sich einbürgernd. Die im hiesigen Beitrag zu betrachtende verwandte Art, das Echte Eisenkraut, ist seit dem Mittelalter in Nutzung und vermutlich entsprechend lange bei uns - vielleicht sogar heimisch bzw. bereits zu Jäger- und Sammlerzeiten des Menschen zugewandert. Das "Eisen" im Namen wird verschieden gedeutet. Prominent ist die Geschichte, dass es bei durch Eisenwaffen (Schwertern, Lanzen, Messern) zugefügten Verletzungen eine schnelle Wundheilung einleiten soll.
Vielfältige Nutzungen als Kultkraut und vor allem als Heilpflanze haben sich über die Jahrhunderte beim Echten Eisenkraut ergeben, aber nur für wenige Heilzwecke existieren pharmazeutische Belege. Immerhin gehört es heute noch zu verschiedenen Kräutermischungen in bestimmten Medikamenten, u.a. eingesetzt bei Nasennebenhöhlenentzündungen. Ob es in Kamen zu derartigem Nutzen einst wild gesammelt, eventuell sogar angepflanzt wurde, ist nicht bekannt. Mitte der 1980er Jahre war die Art jedenfalls gar nicht selten im Siedlungsgebiet Kamen-Mitte, vor allem in Nähe der Eisenbahn. Einerseits ein Zuwachsen der Wuchsstellen, andererseits ein übertriebenes, oft unsinniges Entfernen von Wildwuchs von Seiten städtischer Stellen wie von Privatmenschen führte nachfolgend zu einem extremen Rückgang.
In jüngster Zeit, mit weniger Geld und/oder Zeit für die vermeintliche "Pflege", hat das Echte Eisenkraut wieder eine nicht unbedeutende Ausbreitung erfahren, wenn auch örtlich begrenzt und nicht allerorten. Manchmal muss man genau hinsehen, um es überhaupt ausfindig zu machen. Die Stängel sind zwar oft stärker verzweigt und das Gewächs kann bisweilen hüfthoch werden, jedoch wirken die Stängel dünn und verschwimmen vor grünlichem oder grauem Hintergrund. Die Kronen der Blüten mit ihrer hellen, rötlich- bis blauviolettweißen Farbe scheinen dann fast geisterhaft aus dem "Gewirr" heraus, auch weil sie nicht sonderlich dicht übereinander stehen und eher vereinzelt scheinen.
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Letzte Pflanzaktion im Südkamener Bürgerwald: Insgesamt 390 Bäume erzählen einzigartige Geschichten. Foto: KamenWeb.de
Pflanzaktion im Bürgerwald trotzt widrigen Bedingungen: Selbst bei niedrigen Temperaturen und Regenwetter lassen sich die Baumpaten nicht abschrecken. Unter den neuen Baumpaten sind auch Simone Koch und Jens Uwe Lau.
Südkamen. Pflanzaktion im Bürgerwald trotzt widrigen Bedingungen: Selbst bei niedrigen Temperaturen und Regenwetter lassen sich die engagierten Baumpaten nicht abschrecken. Die heutige Pflanzaktion am 25. November 2023 markiert nicht nur einen aktiven Einsatz unter erschwerten Bedingungen, sondern auch das Ende einer erfolgreichen Periode der Bepflanzung im Südkamener Bürgerwald. Seit 2017 verzeichnet der Bürgerwald ein kontinuierliches Wachstum, das durch insgesamt 390 Baumpatinnen und Baumpaten ermöglicht wurde.
Der Bürgerwald von Kamen ermöglicht es jedem Einwohner, einer alten Tradition zu folgen und zu besonderen Lebensereignissen wie z.B. Geburten oder Hochzeiten einen Baum zu pflanzen, um so Baumpate zu werden. Die Stadt Kamen verkündete bereits im Sommer, dass die Fläche hinter dem Südkamener Friedhof nun vollständig belegt ist, mit 285 Bäumen im Kernbereich und 105 Bäumen im Saumbereich.
Bereits im März 2023 hatte das Organisationsteam darauf hingewiesen, dass die diesjährige Bepflanzung abgeschlossen sein wird, da nur noch Parzellen für maximal 53 Bäume zur Verfügung standen. Die Stadt Kamen dankt den insgesamt 390 Baumpatinnen und Baumpaten, die seit 2017 den Bürgerwald unterstützt haben. Die Tradition wird ab dem nächsten Jahr in Kamen-Methler fortgesetzt, wo die Fläche "Im Telgei" ab 2024 bepflanzt werden soll. Bestellungen für Baumpatenschaften werden voraussichtlich ab Februar 2024 möglich sein, und die entsprechenden Informationen werden auf der Homepage der Stadt Kamen veröffentlicht.
Archiv: Pflanzfest im Bürgerwald: Attraktion für alle Generationen
Bank am Bürgerwald steht - weitere Projekte aus dem Bürgerhaushalt umgesetzt
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Nichtblühender Borretsch am Wandfuß der Gymnasiums-Turnhalle
von Dr. Götz Loos
Blühender Borretsch (Borago officinalis)Kamen. "Borretsch" - mit einem oder zwei "r"? Darüber scheiden sich die Geister. Der Westfale neigt gesprochen zum Doppel-R, deshalb hier diese Schreibweise. Wissenschaftlich heißt er Borago officinalis. Als Gewürzkraut ist die vom Mittelmeer stammende Pflanze bekannt, wurde nach dem Rückgang der Nutzgärten vor allem noch auf Grabeland und in Gärten von Migranten und -innen kultiviert. Dafür tauchte er immer einmal vereinzelt wieder in den Gärten generell auf, eben auch nach Aufgabe der Pflanzung von Nutzgewächsen. Offenbar überdauern Samen lange im Boden und keimen bei günstiger Gelegenheit, z.B. wenn im Garten gegraben wird.
Heutzutage wird er wieder mehr in Gärten gepflanzt - Platz zum Anbau einiger Gewürze ist schnell gefunden. Außerdem ist der Borretsch Bestandteil von Ansaatmischungen "bunter Blumen", wie sie nicht nur in Gärten, sondern auch auf öffentlichem Gelände, in Baumscheiben, Parks und auf Friedhöfen Verwendung finden. Hieraus verwildert er ab und zu - und hält sich immer mehr. Unbeständig ist er längst nicht mehr. Selbst aus Pflaster- und Randsteinfugen wächst er gelegentlich einzeln heraus. Borretsch wird in diesen Ansaatmischungen nicht nur wegen der Zierde der schön blauen Blütenkronblätter verwendet, sondern weil er ausgesprochen reichlich von Bienen aufgesucht wird, vornehmlich Honigbienen. Deshalb säen Imker ihn auch an.
Was den Borretsch als Gewürz in Salaten und Gemüse beliebt macht, ist sein frischer, gurkenähnlicher Geschmack, deshalb auch "Gurkenkraut". Manchmal werden Gurken selbst damit gewürzt, so dass sich der Geschmack quasi verdoppelt. Früher war er auch als Heilpflanze weit verbreitet, regional werden die Blätter zu Gemüse verarbeitet. Heute weiß man, dass die Pflanze leberzerstörende Gifte, namentlich Pyrollizidinalkaloide, enthält. Deshalb sollte man Borretsch nur sehr in Maßen verwenden. Auch Honig, in dem Borretsch- Nektar eingetragen wurde, beinhaltet diese Gifte (wie auch von anderen Raublattgewächsen), weshalb eine Verdünnung dieses Honigs mit unbelasteten Honigsorten nötig erscheint.
Weiterlesen: Kamener Stadtpflanzen - Folge 72: Nur in Maßen in den Salat: Der Borretsch
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