Ferienzeit lässt Arbeitslosigkeit steigen

am . Veröffentlicht in Amtliches

© Bundesagentur für ArbeitKreis Unna. Im Kreis Unna stieg der Bestand an gemeldeten Arbeitslosen um 143 Personen (+0,9 Prozent) auf 16.900. Im Vergleich zu Juli 2016 ging die Arbeitslosigkeit um 787 Personen (-4,4 Prozent) zurück. Die Arbeitslosenquote beträgt im Berichtsmonat 8,1 Prozent.

„Die Arbeitslosigkeit hat sich im vergangenen Monat in den meisten Kommunen des Kreises Unna  aufgebaut, was typisch für die Zeit während der Sommerferien ist“, erklärt Geschäftsführerin Claudia Hermsen die derzeitige Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Dass sich der Anstieg hauptsächlich bei jüngeren Menschen vollziehe, liege in der Beendigung von Ausbildungsverhältnissen begründet, wenn diese nicht nahtlos in eine Anschlussbeschäftigung mündeten: „Dies ist allerdings nur eine vorübergehende Entwicklung, denn gut ausgebildete junge Menschen finden in der Regel schnell einen neuen Job.“ Dass es heutzutage immens darauf ankommt, gut qualifiziert zu sein, liest die Arbeitsmarktexpertin auch an anderer Stelle ab: „Nahezu alle offenen Stellen beziehen sich auf Fachkräfte. Wer sich nur im Helfersegment bewegt, hat ein deutlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden oder zu bleiben. Wer hingegen seine Chancen auf Arbeit verbessern will, sollte unbedingt über Qualifizierungsmöglichkeiten nachdenken.“  Für August sieht Claudia Hermsen keine nennenswerten Veränderungen auf den Arbeitsmarkt zukommen. Erst wenn ab September die Zeit der Betriebsferien zu Ende geht, würden auch wieder Neueinstellungen vorgenommen, die zu sinkender Arbeitslosigkeit führen.

Entwicklung in einzelnen Personenkreisen
Im Kreis Unna leben derzeit 1.516 Arbeitslose, die das 25. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Die Anzahl der jungen Arbeitslosen stieg um 185 (+13,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich ist der Bestand um 39 Jugendliche (+2,6 Prozent) angewachsen. Rund ein Fünftel aller Arbeitslosen hat das 55. Lebensjahr überschritten. Im Juli wurden 3.398 ältere Arbeitslose in den Arbeitsagenturen und dem Jobcenter im Kreis Unna gemeldet. Dies entspricht einem Rückgang um 28 Personen (-0,8 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Vor zwölf Monaten gab es noch 115 ältere Arbeitslose (+3,3 Prozent) mehr. Aus der Statistik geht hervor, dass 3.999 Arbeitslose keinen deutschen Pass haben. Das sind 24 Arbeitslose (+0,6 Prozent) mehr als im Vormonat. Im Juli 2016 waren 202 ausländische Arbeitslose (-5,3 Prozent) weniger gemeldet. Neben dieser statistischen Auswertung weist eine weitere Erhebung Daten über Personen im Kontext von Fluchtmigration aus. Im Berichtsmonat liegt der Bestand bei 1.037 geflüchteten arbeitslosen Menschen. Die Langzeitarbeitslosigkeit stieg im Berichtsmonat an. Die Zahl hat sich um 35 Personen (+0,5 Prozent) auf 6.921 erhöht. Im Vorjahresvergleich sind das 793 Personen (-10,3 Prozent) weniger. Im Berichtsmonat reduzierte sich die Anzahl der Arbeitslosen mit Behinderung um 10 Personen (0,7 Prozent) auf 1.496. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Bestand um 114 Personen (-7,1 Prozent).

Geflüchtete Menschen am Arbeitsmarkt

Im Vergleich zum Vormonat sank im Juli die Zahl der arbeitslosen geflüchteten Menschen im Kreis Unna um 33 Personen auf 1.037. Damit hatten im Berichtsmonat 6,1 Prozent aller Arbeitslosen im Kreis Unna einen Fluchthintergrund. Als arbeitsuchend waren im Juli 2.623 geflüchtete Menschen gemeldet. Viele von ihnen belegen derzeit ein Programm zur beruflichen Eingliederung.
Die größte Gruppe unter den arbeitslosen Geflüchteten bildeten 534 Menschen mit syrischer Staatsangehörigkeit, gefolgt von 105 aus dem Irak, 98 aus dem Balkon und 64 Afghaninnen und Afghanen. Insgesamt knapp zwei Drittel (64,9 Prozent) waren Männer. Die geflüchteten Menschen sind im Durchschnitt vergleichsweise jung: 194 (18,7 Prozent) zwischen 15 und 25 Jahre, 358 (34,5 Prozent) zwischen 25 und 35 Jahre und 275 (26,5 Prozent) zwischen 35 und 45 Jahre.

Entwicklung in den zehn Kommunen des Kreises
Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich im Kreis Unna heterogen. Den prozentual stärksten Rückgang verzeichnete die Stadt Fröndenberg (-3,9 Prozent bzw. 25 auf 620). Danach folgen Kamen (-0,8 Prozent bzw. 16 auf 1.961) und Unna (-0,4 Prozent bzw. neun auf 2.042). Der niedrigste Anstieg an Arbeitslosen fand statt in Lünen (+0,4 Prozent bzw. 21 auf 4.957), danach folgen Schwerte (+0,5 Prozent bzw. acht auf 1.465), Bönen (+1,7 Prozent bzw. 11 auf 674), Bergkamen (+1,9 Prozent bzw. 51 auf 2.692), Selm (+3,3 Prozent bzw. 28 auf 872), Werne (+3,4 Prozent bzw. 35 auf 1.062) und Holzwickede (+7,6 Prozent bzw. 39 auf 555).

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