Putzfrau stiehlt in Seniorenheim: Geldstrafe

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gerichtsberichte

vamtsgericht19KWon Andreas Milk

Kamen. Die frühere Putzfrau eines Kamener Seniorenwohnheims ist wegen Diebstahls verurteilt worden. Der Amtsrichter verhängte eine Geldstrafe von 1.000 Euro gegen die 55-jährige Birgit L. (Name geändert). An mindestens einem Tag hatte sie in dem Heim zugegriffen. Dabei ging es um 70 Euro.

Die Tat geschah am 22. Oktober 2019 im Zimmer eines Bewohners. Der Mann saß beim Frühstück. Er hatte Birgit L. den Zimmerschlüssel überlassen.
Der Diebstahl ist auf Video dokumentiert. Denn der Mann war vorher schon mehrfach bestohlen worden. Das brachte seine Familie dazu, eine Kamera mit Bewegungsmelder zu installieren. Birgit L. wurde überführt.
Der Mann ist inzwischen gestorben. Seine Witwe sagte als Zeugin dem Richter, zu sehen gewesen sei auf dem Film, dass Birgit L. an jenem Morgen zwei Mal kurz hintereinander ins Zimmer gegangen sei: Erst habe sie 50 Euro genommen, dann nochmal 20. Birgit L. beteuerte, sie habe ein einziges Mal zugelangt und dabei 50 Euro mitgehen lassen - mehr sei nicht gewesen. Der Richter hatte Zweifel: Es wäre schon ein "seltsamer Zufall", fand er, wenn nach einer Reihe von Diebstählen die eben installierte Kamera dann ausgerechnet eine Frau aufgezeichnet hätte, die gerade zum allerersten Mal klaut.

Aber egal: Nachzuweisen - und von Birgit L. teilweise eingestanden - waren ja nur die beiden Diebstähle am 22. Oktober. "Ich kann mir nicht erklären, warum ich das getan habe." Es gibt keine Vorstrafen. Den Job als Putzfrau ist Birgit L. seit dem Vorfall los. Der Richter fand: Wer in einem Heim oder einer Pflegeeinrichtung lebe, müsse auf die Mitarbeiter vertrauen können. Dort zu stehlen sei etwas anderes, als einen Ladendiebstahl zu begehen.

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