Demenzwoche in Hellmig-Klinik beleuchtet Kombination mit Diabetes

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Gesundheit

pk klinikum westfalen919agJede Menge Informationen liefert das Team des Hellmig-Krankenhauses im Klinikum Westfalen bei der Demenz-Woche vom 16. bis zum 21. September. Foto: Alex Grün für KamenWeb.de

von Alex Grün

Kamen. Um über die Zusammenhänge zwischen Diabetes und Demenz aufzuklären, verbindet das Klinikum Westfalen seine Demenz-Woche für pflegende Angehörige am Hellmig-Krankenhaus in diesem Jahr erstmals mit dem Diabetes-Aktionstag.

Die Kombination beider Erkrankungen ist nicht selten und kann unter Umständen zu fatalen Folgen führen, etwa wenn der Betroffene selbst nicht mehr in der Lage ist, seinen Insulinplan einzuhalten, erklärt Dr. Marcus Rottmann, Chefarzt der Klinik für Angiologie, Diabetologie, Kardiologie, Allgemeine Innere Medizin und Intensivmedizin am Hellmig-Krankenhaus. Mehr als 1,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer Demenzerkrankung - eine zunehmende Patientengruppe. An Diabetes leiden nach Schätzungen der Ärztekammern rund zehn Millionen, Dunkelziffer mit eingerechnet. Demenz kann durch Diabetes verursacht werden, ähnlich wie durch Bluthochdruck oder Gefäßerkrankungen, und wenn diese beiden Krankheitsbilder im Alter aufeinander treffen, kann es böse werden, insbesondere wenn der Betroffene alleine lebt. Im Rahmen der Themenwoche, die von Montag, 16. September, bis Samstag, 21. September, täglich ab 16 Uhr, Angehörige, Betroffene und Fachleute gleichermaßen mit Vorträgen und Workshops ins Krankenhaus lockt, greift das Klinikum Westfalen diese wichtige Problematik auf. Viele Demenzerkrankungen bei alleinstehenden Menschen mit eingeschränktem sozialen Umfeld kämen erst im Krankenhaus zum Vorschein, etwa wenn ein Senior mit einem Bruch eingeliefert wird und am nächsten Morgen nicht mehr weiß, wo er aufgewacht ist. Das gleiche gelte übrigens für Diabetes, merkt Rottmann an. Auch sie werde oft sozusagen nebenbei diagnostiziert. In beiden Fällen stehe der Betroffene zunächst da, wie der sprichwörtliche Ochse vorm Berg und müsse mental erst einmal aufgefangen werden. "Menschen mit Diabetes mellitus erkranken früher und häufiger an einer Demenz als Gleichaltrige ohne Stoffwechselstörung", erklärt Rottmann. Das hätten mehrere Studien belegt. Die Gedächtnisschwäche erschwere es den Betroffenen, ihre Werte zu überwachen und die Medikamente zur Diabetesbehandlung einzunehmen. Die Zusammenhänge bestehen also offensichtlich und werden insbesondere am Diabetes-Aktionstag unter dem Motto "Vergiss Deinen Blutzucker nicht!" im Rahmen der Demenz-Woche am Samstag, 21. September, ausführlich behandelt. Von 10 bis 13 Uhr informieren im Hellmig-Krankenhaus Aktionsstände, unter anderem von der Deutschen Diabeteshilfe, mit Ernährungsberatung und Gesundheitschecks, die in Zusammenarbeit mit der Reha Kamen gemacht werden. Um 11 Uhr hält Chefarzt Rottmann einen Vortrag über "Grundlagen und medizinische Aspekte bei Diabetes und Demenz". Hellmig-Pflegetrainerin Mareike Frank referiert um 12 Uhr über Möglichkeiten der Unterstützung in der häuslichen, beziehungsweise familiaren Pflege. Abschließend wird auf dem Gelände der Klinik symbolisch ein Baum gepflanzt. Die Demenzwoche im Hellmig-Krankenhaus hat aber noch mehr zu bieten: Das Programm für Angehörige Demenzbetroffener und andere Interessierte umfasst täglich ab 16 Uhr Fachvorträge, Workshops, Diskussionsrunden und praktische Übungen. Themen sind rechtliche Aspekte und Fragen zu Anträgen, der Übergang vom Krankenhaus in die private Pflegesituation, Probleme mit der Ernährung und im Umgang mit Schmerzen. Auf dem Programm stehen die Frage nach der Anpassung privaten Wohnraums an die Bedürfnisse der Pflege dementer Personen, aber auch ethische Fragen und das Abfassen von Vollmachten und Patientenverfügungen. Referenten sind Experten aus dem Klinikum Westfalen, darüber hinaus aber auch von Pflege- und Schmerzfachkräften bis zu Ernährungsberaterinnen, Wohnraumberatern und Seelsorgern. Den Teilnehmern am gesamten Programm wird anschließend ein Zertifikat ausgestellt, das eine Grundkompetenz bescheinigt und von Kassen anerkannt wird. Außerdem werden, dem Thema angemessen, Vergissmeinnicht-Samentöpfchen verteilt. Auch außerhalb der Projektwoche engagiert sich das Hellmig-Krankenhaus in Sachen Demenz- und Diabeteserkrankungen: Das Diabeteszentrum bietet vielfältige Therapie- und Beratungsangebote. Unterstützung für Demenzkranke wie deren Angehörige wird in Form von Coachings im Rahmen der Familiaren Pflege und im Demenz-Café in der vierten Etage geleistet, das jetzt - passend zum Thema - von "Café Pusteblume" in "Café Vergissmeinnicht" umgetauft wurde.

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