Fraktionsübergreifendes Gremium soll Pflaumenkirmes auf Vordermann bringen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

pflaumenkirmes2011Die Attraktivität der Methleraner Pflaumenkirmes wird demnächst fraktionsübergreifend auf den Prüfstand gestellt. Foto: Archiv KamenWeb.devon Alex Grün

Kamen-Methler. Es sieht so aus, als bilde sich in absehbarer Zeit ein interfraktioneller Arbeitskreis zur Attraktivierung der Methleraner Pflaumenkirmes.

Angesichts einer breiten Zustimmung im Wirtschaftsausschuss für eine fraktionsübergreifende Neukonzeptionierung der Methleraner Traditionsveranstaltung zog CDU-Fraktionschef Ralf Eisenhardt den Antrag zurück, die Verwaltung damit zu beauftragen, ein "Konzept zur Attraktivitätssteigerung" zu erarbeiten.

Hintergrund: Die Qualität der Methleraner Pflaumenkirmes ist nach Ansicht der CDU-Fraktion des Rates der Stadt Kamen nicht mehr das, was sie einmal war. Deshalb legte sie im Mai dem Wirtschaftsausschuss den Attraktivierungsplan für die Dorfkirmes vor. Dazu gehöre auch ein möglichst geschlossenes Bild von Fahrgeschäften und Verkaufsständen, nachdem bei der letzten Kirmes ein großes Fahrgeschäft aus technischen Gründen ausfiel, so dass unattraktive Lücken im Gesamt-Kirmesbild entstanden waren. Der Ausfall einer der Hauptattraktionen bei der letzten Veranstaltung sei dem Verpassen einer TÜV-Prüfung geschuldet und somit dem Schaustellerbetrieb und nicht der Stadt, erklärt Wirtschaftsförderin Ingelore Peppmeier. Es sei insgesamt schwierig geworden, verbindliche Verträge mit den Schaustellern zustande zu bringen, erklärt die Beigeordnete. Kritik gab es auch an der Positionierung von Fahrgeschäften und Toiletten - Ersteres wegen mangelnder Barrierefreiheit und Zweiteres aufgrund des aus Sicht der Antragssteller unangemessenen und wenig hygienischen Benutzungsstils einiger Kirmesbesucher. Eine im Antrag geforderte "hochwertige Toilettenanlage an zentraler Stelle" fand wenig Zustimmung. Heike Schaumann (FDP) wünscht sich eher mehrere dezentrale WCs, um die Wege abzukürzen und Wildpinklern sozusagen schon unterwegs das Wasser abzugraben. Joachim Eckardt, Vorsitzender des Methleraner SPD-Ortsvereins, würde die Toilettenanlagen eher aus ästhetischen Gründen weniger zentral aufstellen. Außerdem wies er darauf hin, dass der barrierefreie Zugang zur Kirmes in der bisherigen Form ohnehin nicht möglich sei. "Barrierefreiheit ist mit dem Autoscooter nicht möglich", so Eckardt, beim großen Karussell in der Hilsingstraße bestehe das gleiche Problem: Ein barrierefreier Zugang sei hier nur über den Friedhof oder die Germaniastraße möglich - aber diese Beengtheit gehöre eben zum Charakter einer Dorfkirmes. Eckardt war es auch, der schließlich einen Vorschlag zur Güte machte. Da es ohnehin nicht ohne die Schausteller ginge, sei es am sinnvollsten, sozusagen eine Steuerungsgruppe aus den Reihen der Fraktionen, Schausteller, Anwohner und Stammbesucher zu bilden. In einem solchen Gremium solle die Zukunft der Jahrhunderte alten Traditionskirmes am besten noch vor der Sommerpause diskutiert werden. Der Vorschlag fand, abgesehen von der Skepsis gegenüber der zeitnahen Umsetzung, bei Fraktionen wie Verwaltung Anklang. Letztere sei, so Beigeordnete Peppmeier, angesichts fehlender Mittel keine geeignete Instanz, um die Veranstaltung in Gänze umzugestalten, da sie den wirtschaftlichen Erfolg nicht garantieren könne. In den letzten Jahrzehnten hätten sich in Methler die Bedingungen, sowohl infrastruktureller wie wirtschaftlicher Art, grundlegend gewandelt, betont Peppmeier. Andererseits seien solche Pläne wie der, den Leerstand der Bäckerei mit einem Pflaumenkirmes-Café zu neuem Leben zu erwecken auch von der Wirtschaftsförderung gerne gesehen und "gewerberechtlich kein Problem". "So was geht immer", so die Wirtschaftsförderin. Antragssteller Eisenhardt kann nach eigenem Bekunden "mit dieser Einigung gut leben".

 

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