Städtisches Einzelhandelskonzept in gemeinsamer Sitzung von Wirtschafts- und Planungsauschuss vorgestellt

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

pus 1 621AGAnalystin Elisabeth Kopischke vom Planungsbüro Junker & Kruse erläuterte den Mitgliedern des Wirtschafts- und des Planungsausschusses das Einzelhandelskonzept für die Stadt Kamen. Foto: AGvon Alex Grün

Kamen. Es soll nicht die individuelle Profilierung einer Stadt beeinträchtigen, sondern als Grundlage für Entscheidungen dienen, die den Einzelhandel in Kamen auch künftig an die richtigen Standorte lenkt: das Einzelhandelskonzept für die Stadt Kamen wurde am Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung von Wirtschafts- und Planungsausschuss präsentiert.

Um stadtweit bei der Aufstellung von Bebauungsplänen eine fundierte Grundlage für die Diskussion um den Kamener Einzelhandel zu bieten, wurde die Erstellung des Einzelhandelskonzepts schon vor drei Jahren in Auftrag gegeben und im November erstmals als Entwurf vorgestellt. Seine Aufgabe sei es hauptsächlich, ökonomische Entscheidungshilfen bei städtebaulichen Planungen zu liefern, erklärt Diplom-Geographin Elisabeth Kopischke vom beauftragten Planungsbüro Junker & Kruse. Der Einzelhandel solle bei seiner Ansiedlung anhand der erstellten Richtlinien an sinnvolle Standorte gelenkt werden. Zugleich sollten die Sicherung und Stärkung der Versorgungsstrukturen gewährleistet sein und die Kommunikation und Kooperation zwischen den Akteuren gefördert werden.

Das Einzelhandelskonzept der Stadt Kamen besteht aus vier thematischen Grundbausteinen: Ins Blickfeld genommen werden a) die übergeordneten Entwicklungsziele im Sinne des Versorgungsanspruchs, b) die Standortstruktur sowie c) die Sortimentsliste, um, d), Umsetzungsempfehlungen für eventuelle Ansiedlungen geben zu können. Strukturell aufgeteilt wird Kamen in die City mit Hauptzentrum und die Lünener Straße als bedeutendem Nahversorgungszentrum, die Ergänzungsstandorte des großflächigen Einzelhandels (wie etwa an der Lünener Straße) und die Nahversorgungszentren ohne zentralen Charakter - also etwa Kamen-Karee oder Zollpost, wo rund ein Drittel des Nahrungsmittelbedarfs gedeckt würden. Zentrenverträglichkeit sei das Stichwort, vor allem mit Blick auf den Zuwachs im Online-Handel, so Kopischke. Die City sei die Visitenkarte einer Stadt und der Einzelhandel in Zentrum sollte daher ganz besonders in den Fokus der Entwicklung gestellt werden. Dabei sei der Wohlfühl-Faktor immer entscheidender für den wirtschaftlichen Erfolg einer Innenstadt. Der Handel in der Innenstadt habe nicht mehr die gleiche Bedeutung wie noch vor ein paar Jahrzehnten, dafür habe der Treffpunkt-Faktor an Zugkraft gewonnen, der entsprechend verstärkt werden müsse. Rund 20 Prozent der Kaufkraft, die in Kamen gelassen werde, kämen von außerhalb der Stadtgrenzen, deshalb stehe die Attraktivierung der Innenstadt ganz weit vorne auf der To-Do-Liste - nicht einfach, denn mit 25 Leerständen lägen derzeit 20 Prozent der Ladenlokale in der Innenstadt brach. Dem entgegen wirken soll unter anderem, dass künftig Betriebe mit zentrenrelevantem Kernsortiment nicht in Gewerbe- und Industriegebieten angesiedelt werden, sondern weiter außerhalb, so das Konzept. Der Blick geht aber noch weiter in die Zukunft: der Handel sei in seiner Bedeutung für die Innenstadt zurückgetreten, wichtig sei daher eine Multifunktionalität der Immobilienobjekte bei künftigen Maßnahmen, erklärt Kopischke. Insbesondere die Gastronomie sollte nicht in umliegenden Versorgungsbereichen angesiedelt werden, sondern zur Attraktivierung der Innenstadt beitragen.

Im Herbst, so Erster Beigeordneter Dr. Uwe Liedtke, solle das Einzelhandelskonzept wieder auf den Tagesordnungen der Ausschüsse erscheinen, bis dahin haben die Fraktionen Zeit, das umfangreiche Konzeptwerk mit in die Sommerpause zu nehmen und ausführlich zu studieren. Verpflichtet wurde als Ausschussneuling Werner Hübel (Linke/GAL-Fraktion) als Nachfolger von Gunther Heuchel.

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