30 Jahre Axxis: Erfolgsgeschichte mit Wurzeln in Kamen

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Musik

Axxis 01 1119CVAxxis-Sänger Bernhard Weiß (Mitte) - hier zusammen mit Ex-Gitarrist Stefan Weber (l.), Keyboarder Harry Oellers (2.v.r.) und den Background-Sängerinnen Jackie Bredie (2.v.l.) und Irina Milovanova (r.) freut sich auf das Jubiläums-Konzert in Bochum. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.devon Christoph Volkmer

Kamen. Seit 30 Jahren bildet die Gruppe Axxis in der nationalen und internationalen Musikwelt eine feste Größe. Die Erfolgsgeschichte der Hardrocker kam in Kamen richtig auf Touren, wo das Demoband zum Song „Tears of the Trees“ entstand, das den Musikern den ersten Plattenvertrag bei der EMI Electrola bescherte. Sänger Bernhard Weiß blickt im KamenWeb-Interview zurück und nach vorn.

Axxis02 1119CVAm 29. Dezember feiern die Rocker um Bernhard Weiß ihr Jubiläum in der Zeche in Bochum. Foto: Christoph Volkmer für KamenWeb.de30 Jahre mit Hardrock und Heavy Metal zu verbringen, hält das jung?

Bernhard Weiß: Ich denke schon, außerdem sagt meine Mutter immer, alt werden ist nichts für Feiglinge.

Lange bevor die Band richtig durchgestartet ist, gab es damals sogar Konzerte im früheren Kamener Rockclub Bastei unter der Hochstraße.

Bernhard Weiß: Das stimmt, da sind wir mindestens zwei Mal aufgetreten. Das war damals eine echte Adresse in der Szene und ein echt kultiger Laden.

Ein paar Meter weiter ist im Hermes-Studio an der Westicker Straße ein paar Jahre später die Karriere dann richtig gestartet, oder?

Bernhard Weiß: Nicht auf Anhieb. Wir haben die allerersten Demos von sechs oder sieben Songs dort aufgenommen. Das war noch sehr gitarrenlastiger Metal, denn damals gab es in unserer Musik noch keine Keyboards, einfach weil das in der Szene einfach verpönt war. Diese Songs wurden dann von den Plattenfirmen abgelehnt. Mit einem Bekannten habe ich dann eine Version von „Tears of the Trees“ mit Keyboard vorbereitet, was der Band überhaupt nicht gefallen hat. Im Hermes-Studio jedoch kam die Idee an. Daher hat Produzent Wolfgang Pentinghaus den Song noch einmal neu mit uns aufgenommen. Danach habe ich das Lied an die Plattenfirmen geschickt und die EMI hat uns unter Vertrag genommen.

Dass eine Rockband, die seit Jahrzehnten international unterwegs ist, ihre Platten in heute Bergkamen-Heil einspielt ist auch eine Besonderheit, oder?

Bernhard Weiß: Das hat sich auch eher zufällig ergeben, denn wir sind aus unserem Probenraum in Lünen herausgeschmissen worden, weil dieser angeblich für eine andere Band benötigt wurde. In Wirklichkeit wollten die wohl eher keine langhaarigen Menschen dort haben, die auch noch laute Musik machen. Auf der Suche nach einem neuen Raum sind wir dann auf dem Land gelandet und haben das bis heute nicht bereut.

In drei Jahrzehnten hat sich in der Musikwelt viel getan. 1993 haben sich Axxis noch einen Eintrag ins Guinnes-Buch der Rekorde gesichert, indem kurz nach einem Auftritt im Kölner Presswerk der EMI einige Songs auf Vinyl gepresst wurden. Dies war zugleich die letzte Schallplatte, die von der Plattenfirma hergestellt wurde.

Bernhard Weiß: Das mit der schnellsten Vinyl-Pressung der Welt war schon eine große Sache für uns, da waren wir sogar ein Thema in den Tagesthemen. Andererseits war das auch ein trauriger Anlass, weil die Leute in dem Presswerk ihre Arbeit verloren haben.

Dann kam die CD. Größte Änderung für Künstler ist sicher danach der Einfluss des Internets. Erst das illegale Herunterladen von Musik, jetzt das Streaming, für das es lediglich Kleinstbeträge gibt - wie kann man da überleben?

Bernhard Weiß: Wir haben versucht, diese Revolution im geschäftlichen Sinne, bei der die Gelder von Kreativen jetzt an YouTube und Co. gehen, zu kompensieren. Daher haben wir uns entschlossen, eine eigene Plattenfirma zu gründen und unabhängig von Verlagen zu sein. Auch ohne die Unterstützung der Industrie ist es uns danach immer wieder gelungen, in die Charts einzusteigen. Wir haben also den richtigen Schritt gemacht. Das Internet hilft uns jetzt auch weiter, weil wir mittlerweile viel direkt über unsere Homepage verkaufen. Die so verkauften Platten zählen zwar nicht für die Charts, aber dafür ist unser Gewinn höher. Wir können von der Musik leben und darüber bin ich echt happy. Das Internet hat letztlich also auch dazu beigetragen, dass wir selbstständiger geworden sind.

Zum Jubiläum haben Axxis die besten Songs aus den Jahren bei der EMI unter dem Titel „Best of EMI Years“ neu aufgenommen. War das eine Reise in die eigene Vergangenheit?

Bernhard Weiß: Ja, es sollte klein bloßer Aufguss sein. Wir haben versucht zu realisieren, wie wir damals gearbeitet haben und wie wir das heute mit Hilfe von der Digitaltechnik noch einmal hinbekommen können. Ziel war es, die Songs in modernem Gewand zu zeigen und dazu auf ein gleiches Soundniveau zu bringen.

Zum Jubiläum gibt es am 29. Dezember wieder ein Konzert in der Bochumer Zeche, das fast ausverkauft ist. Gibt es da Songs aus 30 Jahren?

Bernhard Weiß: Klar. Wir werden innerhalb von rund drei Stunden modernere Sachen spielen und auch die alten Nummern – eben eine gute Mischung wie die Fans das von uns gewohnt sind. Dazu werden wir von ein paar Gästen unterstützt, die ich aber noch nicht verraten kann.

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