Kamener Stadtpflanzen - Folge 25: Die Kleine Braunelle

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Natur & Umwelt

sp25GL 2Fotos: Dr. Götz Loos für KamenWeb.de

von Dr. Götz Loos

sp25 GL1Kamen. Werden die Scherrasen in den Parks, Anlagen und Gärten gemäht, ist es erstaunlich, wie schnell einige der kurz abgemähten Pflanzen wieder zur Blüte kommen - zwar jetzt auf kürzerem Stängel, aber doch rasch erneut dabei.

Eines dieser schnell wieder blühenden Gewächse ist die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris) mit ihren meist blauen, in Ober- und Unterlippe (letztere mit Fransen am Rand) gegliederten Kronen, die sie zusammen mit dem vierkantigen Stängel als Lippenblütengewächs ausweisen. Auffällig ist, dass die so verwachsenen Kronen aus einer mehr oder weniger langen Blütenstands-Walze herauskommen, die von den ziemlich derben Kelchen gebildet wird. Nach der Mahd sind die (wieder) blühenden Exemplare kaum länger als 4 cm; lässt man die Pflanzen wachsen, können sie jedoch bis 30 cm hoch werden. Nichtblühend ist die Art auch leicht zu erkennen, da die unteren Blätter eiförmig sind, deren Flächen (Spreiten) sich meist ziemlich plötzlich in den Stiel verschmälern, wodurch sie etwas spatelartig aussehen; andere Lippenblütler mit ähnlichen Blättern erzeugen zerrieben einen aromatischen Duft (z.B. Dost), bei den Braunellen ist nichts zu riechen - dafür schmecken sie etwas würzig.

Von den Inhaltsstoffen her ist diese im Alltag wenig beachtete Art allerdings ein Tausendsassa: von blutreinigend über wirksam gegen UV-Strahlung bis hin zu Wirkungen auf das Immunsystem und gegen Herpes. Reich ist sie vor allem an Gerbstoffen. Ihre Nutzung ist im ostasiatischen Raum, wo diese inzwischen fast weltweit auftretende Pflanze ebenfalls vorkommt, aber sehr viel ausgedehnter als in Europa.

Standorte sind in erste Linie Grünländer aller Art. Im Siedlungsbereich von Kamen-Mitte gibt es kaum einen Scher- und Zierrasen, in dem die Kleine Braunelle fehlt - abgesehen von übertrieben pingelig “gepflegten“ Gartenrasen. Sie verträgt Tritt ähnlich passabel wie häufiges Mähen und ist dann auch Lückenbüßer, wo die Rasengräser nicht mehr richtig dicht wachsen - ebenso dort, wo die Rasen Trockenschäden erlitten haben, wie man in diesem Frühjahr gut feststellen konnte. Da sie Trockenheit und Feuchtigkeit gleichermaßen gut erträgt, findet man sie einerseits in Pflasterfugen sowie an Weg- und Straßenrändern, andererseits an grasigen Gewässerufern. Vor allem aber besiedelt die Kleine Braunelle aber zudem offene Brachen; so war sie z.B. auf der seinerzeit unbebauten Monopolbrache ziemlich häufig zu finden - und ist dann nach der Bebauung in die Gärten dort reichlich vorgedrungen, vor allem in die angelegten Rasen.

Archiv: Serie Kamener Stadtpflanzen

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