Kamener Stadtpflanzen - Folge 34: Das Wiesen-Fuchsschwanzgras

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Natur & Umwelt

SP34 1GLWiesen-Fuchschwanzgras ini grasigem Saum. Fotos: Dr. Götz Loos für KamenWeb.devon Dr. Götz Loos

Kamen. In den Grünländereien, vornehmlich den Wiesen, außerhalb der Siedlungsgebiete begegnet einem das Wiesen-Fuchsschwanzgras (Alopecurus pratensis) häufig und oft in großen Beständen. Ich habe schon Wanderer gesehen, die vor Wiesen mit Massen der Blütenstände der Art standen und bewunderten, wie diese sich im Wind bewegten und im Sonnenschein silbrig schimmerten. Standörtlich macht das Gras seinem Namen also alle Ehre. Und doch sind dies nicht seine einzigen Wuchsplätze - und auch in den Siedlungen kann man dieses in der Blüte ziemlich attraktive Süßgras finden.
 
SP34 2GLScheinähren bzw. Ährenrispen des Wiesen-Fuchsschwanzgrases.Die Familie der Süßgräser lässt sich nach dem Bau der Blütenstände hauptsächlich in drei für die Erkennung zweckmäßige (nicht systematische) Gruppen gliedern: Ährengräser, Rispengräser und Ährenrispengräser. Letztere Gruppe ist die kleinste bei uns und die vielleicht prominenteste Gattung darin sind die Fuchsschwanzgräser. Ährenrispengräser haben eigentlich eine Rispe, die jedoch gestaucht ist, wobei die Rispenäste gleichmäßig stark verkürzt sind und so der Blütenstand an eine Ähre erinnert (Scheinähre). Beim Wiesen-Fuchsschwanz (wie man auch kurz sagen kann; nicht verwechseln mit der Gattung Amaranthus, die deutsch durchgehend Fuchsschwanz heißt!) sind die Blütenstände länglich-walzlich bis zylindrisch und können bis 12 cm lang werden. Ihre Grundfarbe ist trübgrün, manchmal violett bis bräunlich überlaufen. Wenn die Pflanze blüht, hängen die orangefarbenen bis bräunlichroten Staubbeutel heraus. Eigentlich sind diese Scheinähren aber gar nicht die Blütenstände, sondern so genannte Gesamtblütenstände, denn sie setzen sich aus kurzen Ährchen zusammen, die die eigentlichen Blütenstände darstellen. Die Ährchen bestehen beim Fuchsschwanzgras aus äußeren, lanzettlich geformten Hüllen (Hüllspelzen) und inneren, eiförmigen Tragblättern (Deckspelzen). Letztere "tragen" die wirklichen Blüten. Der silbrige Schimmer der Ährenrispen wird durch gräuliche Grannen erzeugt, von denen je eine aus einer Deckspelze entspringt, bis 1 cm lang.
 
Als herausragendes Futtergras wird der Wiesen-Fuchsschwanz seit langer Zeit angesät. Mit anderen hochwachsenden Grasarten gehört er zu den dominanten Obergräsern des Wirtschaftsgrünlandes. Und so ist er gewiss auch in den Kamener Raum gelangt, mit großer Wahrscheinlichkeit nicht vor dem 18. Jahrhundert. Er ist also ein Neophyt, der eine Einbürgerung mit Einnischung in stabile Lebensräume der Kulturlandschaft erreicht hat. 
 
Im Siedlungsgebiet von Kamen-Mitte wächst das Gras regelmäßig, allerdings bei weitem nicht so häufig wie außerhalb, in grasigen Flächen, vermehrt z.B. entlang der Seseke, aber selbst in intensiver gemähten Scherrasen (auch in Gärten) und wiesenähnlichen Rasen in Parks und auf Friedhöfen. Daneben tritt er vereinzelter auch auf Brachen, Bahngelände, an Gebüschsäumen usw. auf. Dabei verschmäht er selbst etwas bewachsenere Schotterstellen und meist vorübergehende Feuchtbereiche (wie Ränder älterer Pfützen) nicht. Nach wie vor wird der Wiesen-Fuchsschwanz noch immer angesät, in letzter Zeit öfter in "Blumenwiesen"-Mischungen.

Serie: Kamener Stadtpflanzen

 

 

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