97 % Zustimmung – SPD nominiert Mario Löhr für den Posten des Landrats

am . Veröffentlicht in Kommunalpolitik

spdlandratwahl519LSvon Lucas Sklorz

Schwerte / Kreis Unna. Es war genau derselbe Ort, an dem Michael Makiolla 2013 damals und zum letzten Mal zum Landratskandidaten der SPD gewählt worden ist. Nun waren die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wieder in die Rohrmeisterei nach Schwerte gekommen, um zu bestimmen, wen die SPD im nächsten Jahr in das Rennen um die Nachfolge des scheidenden Landrats schickt. Und diese Wahl war deutlich: Mit 125 von 129 Stimmen wurde Mario Löhr mit überwältigender Mehrheit zum Kandidaten der SPD gewählt. „Er wird viele Dinge anders machen als ich, aber das ist auch gut so, wenn nach 16 Jahren der Wind im Kreishaus mal etwas anders weht“, kommentierte der noch-amtierende Chef im Kreishaus, MichaelMakiolla, die Nominierung in seinem Grußwort.

Was Löhr im Kreishaus vorhat, erklärte der Selmer Bürgermeister in einer 45-minütigen Bewerbungsrede. Doch auch einen kleinen Schwenk zu den Ergebnissen der Europawahl konnte sich Löhr nicht verkneifen. „Niederschmetternd“ nannte Löhr das Ergebnis. „Wenn etwas gut lief, dann, dass das rechte Lager seine gesteckten Ziele nicht erreicht hat“, so der Selmer. Doch mit einer Wahlanalyse wollte sich Löhr nicht beschäftigen. So forderte er seine Genossen auf, die richtigen Schlüsse auch im Kreis Unna zu ziehen, wieder näher bei den Menschen zu sein: „Jetzt erst recht. Morgen beginnt der nächste Wahlkampf.“

In Diesem will Löhr Unterschiede zu den politischen Mitbewerbern betonen. Beispielsweise will der ehemalige Prokurist der Firma Remondis an den kreiseigenen Gesellschaften wie UKBS, GWA oder WFG festhalten. „Die öffentliche Daseinsvorsorge behalten wir in der Hand“, machte Löhr deutlich. Auch wenn er als Mann der Wirtschaft gelte, bedeute dies nicht, die politischen Interessen der Wirtschaft zu übergeben. Sein Ziel ist sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze in den Kreis Unna zu holen. Darunter sollen auch deutlich mehr Ausbildungsplätze sein. In diesem Zusammenhang lobte Löhr die gute Arbeit Makiollas, in dessen Amtszeit die Jugendarbeitslosigkeit gesenkt werden konnte.

Löhrs zweiter Schwerpunkt soll im Bereich Verkehr und Mobilität liegen. „Wer Umwelt- und Klimaschutz will, der sucht nach Lösungen und fängt nicht beim Geld an“, unterstrich der 48-jährige. Bessere Bedingungen für den ÖPNV, Fahrräder und Fußgänger sollen zu fairen Preisen ermöglicht werden. Dies umfasse neben der Taktung im ÖPNV auch eine bessere Vernetzung sowohl innerhalb des Kreises als auch in andere Richtungen. Löhr schwebe ein „bunter Mix“ von Rad, Bahn, Bus und Car-Sharing vor. „Da müssen wir investieren. Wichtiger als der Preis ist, dass das Angebot stimmt“, erläuterte der zweifache Vater, der kritisierte, dass dies bisher zu zaghaft angegangen worden sei.

Darüber hinaus sprach Löhr vom Kreis als regionaler Bildungslandschaft. In Kooperation mit den Kommunen solle dies gestärkt werden. Auch die Polizei solle als Behörde weiterhin örtlich verankert und unter Leitung des Landrates bleiben. Im Kulturbereich wolle Löhr weitere Akzente setzen. Sein Ziel ist es, parteiübergreifend Mehrheiten zu organisieren.

Den gut 130 Genossen schien die Vorstellung des Selmer Bürgermeisters gefallen zu haben. Mit 125 Stimmen bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen hat der außerordentliche Parteitag der Kreis-SPD Löhr zum Kandidaten für den Posten des Landrates gemacht. Der Anfang ist somit gemacht für Mario Löhr und der letzte Kandidat, der in der Rohrmeisterei zum Kandidaten gewählt worden ist, zog ja auch bekanntlich als Landrat in das Kreishaus ein.

Archiv: Möglicher Landratskandidat Mario Löhr im Gespräch mit der Kamener SPD

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