Nächster Leerstand in der City: Sporthaus Wolter macht dicht

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Markt Kamen

Sportwolter120AGVerkäuferinnen Anika Höchst (l.) und Petra Schmidt (r.) blicken mit Wehmut auf ihren langjährigen Arbeitsplatz, dem Sporthaus Wolter, das Ende Februar dichtmacht. Foto: Alex Grün für KamenWeb.devon Alex Grün

Kamen. Der nächste Leerstand in der Kamener City kündigt sich an: Das Sporthaus Wolter wird am 29. Februar schließen.

2003 übernahm Inhaberin Gabriele Stellmach die Intersportfiliale in der Weststraße, die damals noch ums Eck an das Schuhhaus Wolter angrenzte, in dem mittlerweile Ernsting's Family ansässig ist. Schon im letzten Juli habe sie den Entschluss gefasst, die Filiale dichtzumachen. 

Es habe sich einfach nicht mehr rentiert, sagt sie. Zum Schluss habe sie sogar noch aus privaten Mitteln drauflegen müssen. Leicht sei ihr die Entscheidung beileibe nicht gefallen, es habe sie mental ganz schön mitgenommen, gesteht sie ein. Trotzdem: "Nach 42 Jahren im Einzelhandel will ich jetzt meinen Ruhestand genießen", sagt Gabriele Stellmach, und zwar daheim im münstlerländischen Sendenhorst, von wo aus sie mehr als die letzten zwei Jahrzehnte täglich nach Kamen und zurück pendelte. Nicht nur der voranpreschende Onlinehandel habe ihr das Geschäft letztlich kaputtgemacht. Auch der Stadt weist sie eine Teilschuld an der Aufgabe zu. "Die Stadt hat den Wandel des Einzelhandels schlichtweg verpennt", ist die Kauffrau überzeugt. Zu sehen sei dies an den vielen leer stehenden Ladenlokalen, wie etwa im Ex-Edeka, Kämpgen oder an der Ecke Nordstraße/Oststraße. Mit dem Kamen Quadrat sei noch einmal mehr Kaufkraft aus der City abgezogen worden, dessen heutige Kunden früher sonst zum Einkaufen auch in die Weststraße gekommen seien. "Ab 17 Uhr gleicht die Weststraße mittlerweile einer Geisterstadt", sagt Gabriele Stellmach. Und so sei der nächste, wie sie überzeugt ist, langfristige Leerstand in der City jetzt schon vorprogrammiert. 

Über eine Nachfolgenutzung kann sie nichts sagen, Eigentümer Wolter war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Fünf Mitarbeiterinnen arbeiteten bis zum Sommer im Sporthaus Wolter, zwei davon haben mittlerweile schon neue Jobs im Einzelhandel, da ihre Ex-Chefin von vornherein mit offenen Karten gespielt hat. Die drei verbliebenen Kräfte werden ihr bis zur Schließung Ende Februar die Stange halten und die Kunden weiter fachmännisch bedienen. Das ist auch wichtig, denn vor der anstehenden Geschäftsaufgabe steht eine Menge Arbeit an, auch was den Räumungsverkauf betrifft:

Bis zu 50 Prozent Rabatt gibt es ab sofort auf die Restware, weshalb mit erhöhtem Kundenverkehr gerechnet wird. Ein neues Sortiment hat Inhaberin Stellmach erst gar nicht mehr bestellt.

Mit einer Träne im Knopfloch verabschiedet sich Gabriele Stellmach aus dem Geschäftsleben und bedankt sich bei ihren Kamener Kunden für deren langjährige Treue.

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