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Kreis appelliert an Hundehalter
Kreis Unna. Wenn Hunde durch die Felder und Büsche rennen, sind sie in ihrem Element. Doch was Herrchen, Frauchen und die Fellnase freut, ist für andere purer Stress: Gemeint sind brütende Vögel, die erschreckt aufflattern. Das kann schlimme Folgen für den Nachwuchs haben, warnt die Untere Naturschutzbehörde.
Deshalb steht im Landesnaturschutzgesetz, dass Hunde in allen Vogelschutzgebieten in NRW während der Brutzeit vom 1. März bis 31. Juli angeleint werden müssen. Für den Kreis Unna gilt das im Vogelschutzgebiet "Hellwegbörde", das in Teilen auch Flächen in Unna und Fröndenberg umfasst.
Gefährdete Vögel
Das Gebiet hat eine herausragende Bedeutung gefährdete Rast- und Brutvogelarten. Die seltene Wiesenweihe, Rohrweihen und im Winter auch Kornweihen jagen in den Feldfluren Kleinnager. Wachteln und gebietsweise auch Wachtelkönige brüten in den Getreidefeldern ebenso wie Rebhühner, Schafstelzen und Feldlerchen. Sogar Kiebitze gibt es zu bestaunen.
"All diese Arten benötigen Ruhezonen", sagt Peter Driesch, Fachbereichsleiter Natur und Umwelt. "Denn wenn Elterntiere beispielsweise durch frei laufende Hunde aufgescheucht werden, verlassen sie vorübergehend ihren Nachwuchs, der dann schutzlos Kälte und Beutegreifern ausgesetzt ist." Deshalb gilt: Leinepflicht für Hunde, die in den Schutzgebieten ausgeführt werden.
Tipps zum Verhalten
Auf keinen Fall sollten "Stöckchen" zum Apportieren in die Felder, Wiesen und Brachflächen geworfen und diese Flächen auch nicht betreten werden. Dies stört nicht nur die dort lebenden Tierarten, sondern auch Landwirte: Mit Hundekot versetztes Heufutter wird vom Vieh verschmäht, und nicht wiedergefundene Apportier-Gegenstände können Schäden an Erntemaschinen verursachen. PK | PKU
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von Dr. Götz Loos
Kamen. Wie im letzten Porträt erwähnt, ist das Gewöhnliche Schneeglöckchen weithin in Kamen als "Flüchtiger" aus der Gartenkultur eingebürgert. Daneben werden aber noch weitere Arten angepflanzt; am zweithäufigsten ist das Großblütige Schneeglöckchen (Galanthus elwesii) - doch mit immensem Abstand in der Häufigkeit gegenüber Ersterem. Und auch die Verwilderungen der großblütigen Art sind mit nicht mehr als sehr selten zu bezeichnen. Während das Gewöhnliche Schneeglöckchen in Mitteleuropa heimisch sein dürfte (bezüglich Deutschland ist das jedoch reichlich unklar), stammt das Großblütige aus Griechenland, Bulgarien, Serbien und der Türkei. Von letzterem Staat aus dürfte es in den Handel gelangt sein. Während das Gewöhnliche Schneeglöckchen bis etwa 1 cm breite Blätter mit meist dunkel blaugrüner Färbung aufweist, sind diese beim Großblütigen 3 cm oder noch breiter und von heller blau-, ja eher graugrüner Färbung. Die Blüten sind größer, kompakter und fallen schon beim Vorbeifahren als anders auf. Ein sehr eindeutiges Merkmal ist die Färbung der inneren Blütenblätter: Beim Gewöhnlichen ist nur eine grüne v-förmige Zeichnung an der nach unten gerichteten Seite vorhanden, das Großblütige hat außerdem an der gegenüber liegenden Seite einen grünen Fleck, der verschieden groß sein und im Extremfall mit der v-Zeichnung verschmelzen kann, sehr selten kann der Fleck auch winzig klein oder ganz weg sein. Die außerdem meist kräftigeren Pflanzen des Großblütigen beginnen deutlich früher mit der Blüte, früh im Januar, manchmal schon im Dezember. Das Gewöhnliche hingegen setzt meist frühestens Anfang Februar mit der Blüte richtig ein.
Verwilderungen und Verschleppungen des Großblütigen Schneeglöckchens finden sich in erster Linie auf Friedhöfen, dann hat es sich in einigen Gärten ausgebreitet und hier fest etabliert. Außerhalb davon existieren nur einzelne Kleinvorkommen, z.B. oberhalb der alten Klöcknerbahn hinter der Gartenstadt. In Rottum wurde jüngst auch ein Vorkommen im ländlichen Bereich entdeckt.
Archiv: Kamener Stadtpflanzen - Folge 8: Das Gewöhnliche Schneeglöckchen
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Das Gewöhnliche Schneeglöckchen. Foto: Dr. Götz Loos für KamenWeb.devon Dr. Götz Loos
Kamen. Überall im Siedlungsbereich sieht man sie jetzt: Die Schneeglöckchen. Bei drei hauptsächlich gepflanzten Arten gehören aber fast alle Vorkommen, die man in Kamen sehen kann, zum Gewöhnlichen Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), auch Echtes oder Kleines Schneeglöckchen genannt (es gibt aber noch deutlich kleinere Arten!). Es ist eine beliebte Zierpflanze, die in Gärten, Parks und in Baumscheiben angepflanzt wurde und wird. Genauso verwildert es aber auch reichlich und wird oft mit illegal ausgebrachten Gartenabfällen verschleppt. Einzelexemplare z.B. direkt am Sesekeufer belegen, dass Zwiebeln dieser Art hin und wieder mit fließendem Wasser transportiert werden und anlanden. Als Zwiebelpflanze ist es ein typischer Frühblüher. Das sind Pflanzen, die im zeitigen Frühjahr oder - wie die Schneeglöckchen - sogar noch davor zur Blüte gelangen und so besonders Gehölze besiedeln können, bevor sich das Laubdach schließt und die Belichtung am Gehölzboden verringert. Wenn dies passiert, fruchten die Frühblüher längst und ihre oberirdischen Teile sterben ab; den Rest des Jahres überdauern sie in einem Speicher unter der Erde - das können meist Zwiebeln, Knollen oder unterirdische farblose Sprosse sein. Deshalb spricht man auch richtiger von Frühjahrsgeophyten. Wenn auch das Gewöhnliche Schneeglöckchen ebenso ganzjährig vollsonnige Standorte bewohnt, deutet seine Lebensweise darauf hin, dass es ursprünglich aus Wäldern stammt. Ob und wo es in Deutschland heimisch ist, darüber kann man viel spekulieren. Hinweise auf eine Bodenständigkeit in Westfalen gibt es nicht. Erst im 18. Jahrhundert nahm die Gartenkultur dieser Pflanze bedeutend zu. Aber noch die "Flora von Westfalen" von Beckhaus (1893) schreibt: zwar "oft herdenweis" verwildert, "aber meist unbeständig". Davon kann heute keine Rede mehr sein. An den Verwilderungsorten nimmt es immer weiter zu, da es sowohl Zwiebeln als auch Früchte und Samen bildet. Durch Auskünfte älterer Einwohner von Kamen ist bekannt, dass das Gewöhnliche Schneeglöckchen zwar auch schon früher in Gärten vorkam, aber sehr beschränkte Wuchsbereiche hatte. Erst der Umbruch von vorwiegenden Nutzgärten zu vorwiegenden Ziergärten seit den 1960er Jahren hat zu einer häufigeren Anpflanzung und damit zu viel mehr Verwilderungsmöglichkeiten geführt. Nach eigenen Beobachtungen kam ein größerer Ausbreitungsschub ab etwa 1990 hinzu, der moderat weiter anhält. In den Siedlungsbereichen Kamens wächst dieses Schneeglöckchen in diversen Lebensräumen und oft in größeren bis großen Beständen, aber auch Einzelvorkommen z.B. in Grünstreifen an Straßenrändern sind vielfach zu sehen. In Gärten breitet es sich, von Anpflanzungen ausgehend, ebenfalls mitunter stark aus.
Auf die Merkmale soll in einem nachfolgenden Porträt einer anderen Art eingegangen werden.
Weitere Infos sonst noch in einem gelungenen Porträt unter http://www.botanik-bochum.de/jahrbuch/Pflanzenportraet_Galanthus_nivalis.pdf
Archiv: Kamener Stadtpflanzen
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Kreis Unna. Wer das Frühjahr für Gehölzschnitt nutzen möchte, hat nur noch bis Ende Februar Zeit. Denn ab dem 1. März gilt bis zum 30. September bundesweit das Fäll- und Schnittverbot. Axt und Astschere müssen also im Schuppen bleiben.
Grundlage ist das Bundesnaturschutzgesetz. "Damit werden vor allem brütende Vögel und andere Tiere, die in Bäumen und Gehölzen Unterschlupf finden, geschützt", sagt Sebastian Heide-Napierski von der Unteren Naturschutzbehörde. "Das Verbot gilt für Bäume außerhalb des Waldes. Außerdem sind radikale Schnitte an Hecken und Sträuchern verboten – auch im eigenen Garten."
Ausnahmen und Ergänzungen
Nicht unter das Verbot fallen hingegen Bäume im Gartenbau, in Haus- und Kleingärten, Grünanlagen, auf Sportplätzen, Friedhöfen und in ähnlichen Bereichen. Sie dürfen, wenn keine Vögel darin nisten oder besonders geschützte Arten wie beispielsweise Fledermäuse vorhandene Baumhöhlen nutzen, entfernt oder zurückgeschnitten werden.
Um die Fortpflanzungs- und Ruhestätten von besonders geschützten Arten zu erhalten, kann zudem beim Fällen alter Bäume außerhalb der Schonzeit eine vorherige Artenschutzprüfung notwendig sein. Dadurch soll vermieden werden, dass das Zuhause seltener Tiere zerstört wird. Generell gilt: Wer einen Baum fällen oder Gehölz entfernen möchte, sollte sich vorher genau informieren, ob das erlaubt ist. PK | PKU
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"Elektroschrott ist Gold wert!" Bei dieser Bildungsveranstaltung entstand im JugendKulturCafe der Roboter "Rob" aus alten Geräten. Zusätzlich informierte Jutta Eickelpasch über Entsorgungswege und Herstellungsaufwand von Elektrogeräten. Anmeldung dazu:
Einen Monat lang sammeln sie ausrangierte Handys, sogenannte "Schlafhandys", die noch zu Hundertttausenden in deutschen Schubladen liegen. "Statistisch belegt ist, dass längst nicht alle Elektrogeräte wieder ordnungsgemäß abgegeben werden und somit auch recycelt werden können", so Jutta Eickelpasch, Umweltexpertin bei der Verbraucherzentrale. Dabei beinhalten sie wertvolle Metalle, sogar "Seltene Erden", die nur unter großem Aufwand, Umweltzerstörung und schlechtesten Bedingungen für die Arbeiter wieder zu beschaffen bzw. abzubauen sind.
Ordnungsgemäß gehören alle Alt-Geräte zum Wertstoffhof, Kleinst-Geräte werden auch vom Handel zurückgenommen. Wer jetzt noch mal nach seinen "Schlafhandys" gucken will, kann sie ab sofort auch bei der Umweltberaterin in Kirchstraße abgeben oder bei Klimaschutzmanager Tim Scharschuch, im Rathaus (3. Etage). Die hier gesammelten Stücke werden in einem Monat an den NABU weitergegeben, der sie zum sie Recycling weitergibt - und zusätzlich ein Naturschutzprojekt zur Rettung des Eisvogels unterstützt.
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Auch Blumenfreunde können mehr oder weniger nachhaltig handeln
Kamen. Die Rose ist eine der beliebtesten Blumen hierzulande und wird besonders als Symbol der Liebe eingesetzt. Deswegen wird sie auch zum Geburtstag, an Muttertag oder Valentinstag besonders oft gekauft. Die Rose wächst auch bei uns in vielen Gärten, ist aber auch fast überall zukaufen, - sogar, meist als Strauss, in vielen Discountern und Lebensmittelläden.
Doch Blume ist nicht gleich Blume.
Wer nachhaltig einkaufen will und nicht nur auf Preis oder Schönheit achtet, kauft entweder bewußt aus der Region, vom Gärtner nebenan - oder achtet auf das Transfair-Siegel. Immer häufiger sind diese "fairen Rosen" auch im Discounter zu bekommen. Sie sind unter fairen Bedingen, wie mehr Gesundheitsschutz und zu fairen Löhnen, produziert worden.
Auch in Kamen sind mit mittlerweile Rosen aus Fairem Handel zu bekommen.
Neben Rosen gibt es natürlich jede Menge weitere faire Pflanzen, z.B. faire Baumwolle, faire Bananen. Jutta Eickelpasch, Umweltberaterin der Verbaucherzentrale: "Besonders bekannt sind Tee, Kaffee, Kakao und Schokolade, die auch von besonderer Qualität sind und meist bio-produziert. Ihr Mehrpreis fließt in gerechtere Löhne und bessere Lebensbedingungen für die Arbeiter und Kleinbauern in Afrika, Asien und Südamerika."
Mehr Informationen und Hilfen zum Einkauf gibt es in Verbraucherzentrale Kamen, Kirchstraße 7.
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