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von Dr. Götz Loos
So mancher Gartenfreund wird sich gewundert haben: Plötzlich ist eine kleine Pflanze mit braunroten Kleeblättern im Beet aufgetaucht. Dann fängt sie an hübsch orangegelb an zu blühen, gar nicht wie Klee, sondern mit offenen flachen Blüten - eine winzige Augenweide. Aber ein Jahr später wuchern die langen kriechenden Triebe überall in den Beeten und auf ein Mal ist das Pflänzchen gar nicht mehr so schön.
Dabei war diese rötlichblättrige Ausbildung des Kriechenden Sauerklees (Oxalis repens) sicherlich einmal eine Zierpflanze - zu Zeiten, als es noch keine Zierblumen-Gigantomanie gab. In den Kamener Siedlungsgebieten war diese Art schon in den 1980er Jahren vorhanden, aber eher sporadisch. Erst gut zehn Jahre später breitete sich diese Pflanze allmählich aus - und zwar fast nur in den Siedlungen. Offenbar profitiert sie von Wärme - und das doppelt: von der zunehmenden Wärme über das Jahr seit Ende der 1980er Jahre sowie von der generellen zusätzlichen Wärme im Rahmen des besonderen Stadtklimas.
Vermutlich stammt dieser Sauerklee aus wärmeren Regionen, eine eindeutige Heimat ist heute aber nur schwerlich noch zu ermitteln. Man darf davon ausgehen, dass er erst nach Columbus' Amerikaentdeckung nach Europa gelangt ist, womit er als Neophyt zu bewerten ist.
Heute wächst der Kriechende Sauerklee in allen Kamener Siedlungsgebieten und ist dort meist häufig anzutreffen, wobei er am meisten an offenen Stellen und Fugen um die Häuser, in Gärten und auf den Friedhöfen gefunden werden kann. Seine manchmal ausgedehnte Ausbreitung lässt manchen verzweifeln - aber warum eigentlich? Als Bodendecker kann dieser Sauerklee beste Wirkungen entfalten.
Das Foto stammt vom Rathaus, wo sogar in bodennahen Fugen der Wand einzelne Pflanzen sprießen.
In Kamen überwiegen Pflanzen mit rötlichen (dunkel weinroten bis braunroten) Blättern, Populationen mit blaugrünen oder reingrünen Blättern sind seltener - offenbar "Rückschläge" (Atavismen) der roten Ausbildung in Richtung wilder Ursprungsform; solches "Umschlagen" der Farbe sieht man schon innerhalb eines Bestandes (so auch auf dem Foto!). Der Verwandtschaftskreis des Gehörnten Sauerklees, wozu der Kriechende gehört, ist schwieriger aufzugliedern als anfangs geahnt. Unter dem Namen Kriechender Sauerklee versteht man die meist kleinen Pflanzen, die aber oft lange Kriechtriebe entwickeln.
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Landrat Michael Makiolla (M.) mit Frank Hugo (r.) und Sabine Leiße (l.) von der Stabsstelle Planung und Mobilität. Foto: Max Rolke – Kreis Unna24-mal um die Erde
Kreis Unna. Kräftig für den Klimaschutz in die Pedale treten – das haben 5.442 Radler aus dem Kreis Unna vom 3. bis 23. Juni 2018 gemacht und Kilometer gesammelt. Mit Erfolg: Der Kreis Unna errang mit 954.905 geradelten Kilometern den dritten Platz in der Kategorie für Regionen bis 499.999 Einwohner – das entspricht rund 24 Umrundungen der Erde. Dafür hat der Kreis jetzt eine Urkunde bekommen.
Am 13. November hat Frank Hugo von der Kreisstadt Unna stellvertretend für den Kreis Unna die Urkunde in Kaiserslautern entgegengenommen und sie heute, 26. November an Landrat Michael Makiolla übergeben. "Das ist eine tolle Aktion, die zeigt, dass wir im Kreis Unna ‚radaktiv‘ sind und das Fahrradfahren hier sehr beliebt ist", sagte Makiolla bei der Übergabe.
Alle Kommunen gingen an den Start
"Diese Platzierung auf dem Siegertreppchen ist umso bemerkenswerter, da sich erstmalig alle Kreis-Kommunen an der Stadtradeln-Aktion des Klima-Bündnis beteiligt haben", freute sich Frank Hugo gemeinsam mit den Vertretern des "Arbeitskreises Stadtradeln".
Eine Stadt aus dem Kreis Unna hat es ebenfalls auf das Siegertreppchen geschafft: Bergkamen belegte in der Kategorie "Fahrradaktivstes Kommunalparlament" mit 52,4 Parlamentarier-Kilometern den dritten Platz.
136 Tonnen CO2 gespart
Die meisten Kilometer im Kreis Unna erradelte übrigens Unna mit 254.779 Kilometern, gefolgt von Selm (202.468 km) und Schwerte (106.494 km). Insgesamt bleibt für den Kreis Unna eine beachtliche Bilanz: Die 294 Teams, die bei der Aktion mitgemacht haben, sparten während der 20-tägigen Aktion 136 Tonnen CO2 im Vergleich zu Autofahrten ein.
Mehr zur Bilanz der einzelnen Städte und Gemeinden im Kreis Unna ist unter www.stadtradeln.de/kreis-unna zu finden. Wer mehr zu Radwegen und Touren im Kreis Unna wissen möchte, findet unter www.kreis-unna.de (Stichwort "Radfahren und Radwandern") die passenden Informationen. PK | PKU
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Quelle: Verbraucherzentrale Kamen: Gemeinsame Sache: Klimaschutzmanager Tim Scharschuch (links), Umweltberaterin Jutta Eickelpasch und Bernd-Josef Neuhaus, Leiter der Stadtentwässerung Kamen, informieren zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung.Kamen. Das Abwasser muss vieles schlucken, bevor es aus der Kanalisation wieder Trinkwasser aus dem Hahn fließt: Feuchttücher, Medikamente, Essensreste und Chemikalien – mal fest, mal flüssig – landen oft über die Toilettenspülung in der Kanalisation - schwer abbaubarer Müll.
Umweltberaterin Jutta Eickelpasch zeigt in dieser Aktionswoche, wie einfach es geht, Toiletten und Abflüsse nicht als Mülleimer zu benutzen. "Suppenreste und Speiseöl gehören in einer verknoteten Tüte oder einer alten, verschließbaren Shampooflasche in den Restmüll", so Eickelpasch. "Immer wieder spiegeln uns Verbraucher, dass sie nicht recht wissen, wohin damit."
„Ich sehe was, was du nicht siehst!“ – ist das Motto zur diesjährigen "Europäischen Woche der Abfallvermeidung" in der 47. Kalenderwoche. Das landesweite Projekt "Haus- und Grundstücksentwässerung" der Verbraucherzentrale arbeitet zusammen mit der lokalen Umweltberatung an mehr Aufklärung zum Thema "Wasserschutz".
"Wasser schützen!" - Keine Abfälle in Abfluss und Toilette!
Die Verbraucherzentrale hat zu diesem Thema ein buntes bebildertes und leicht verständliches Plakat und passende Flyer herausgegeben, die auch in Schulklassen oder Sprachkursen eingesetzt werden können. Sie sind jetzt kostenlos in der Verbraucherzentrale zu bekommen - ebenso beim Klimaschutzmanager der Stadt Kamen und bei der Stadtentwässerung, in der alten Villa am Rathaus.
Weitere Informationen der Verbraucherzentrale NRW zum Abbau vom Müll im Abwasser finden Interessenten unter www.kmia.de.
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Lippeverband weist darauf hin: Alte Medikamente gehören nicht in die Toilette
Kamen. Am Montag, 19. November, ist Welttoilettentag. Anlässlich dieses Jahrestages gibt der Lippeverband wie in jedem Jahr bekannt, wie viel Abwasser im Vorjahr in seinen Kläranlagen gereinigt wurde: In der Kläranlage Kamen-Körnebach des Lippeverbandes wurde 2017 eine Menge von 14.002.053 Kubikmeter Abwasser gereinigt (im Vorjahr: 15.169.964).
Die Kläranlage an der Mündung der Körne in die Seseke wurde im Rahmen des Seseke-Programms 1998 in Betrieb genommen.
Medikamente im Wasser
Der Lippeverband nutzt den Welttoilettentag, um darauf hinzuweisen, was alles nicht in der Toilette entsorgt werden darf. Dazu gehören neben Hygieneartikeln unter anderem auch Altmedikamente: Die sogenannten Spurenstoffe können auch in modernen Kläranlagen nicht restlos herausgefiltert werden, sie belasten daher die Gewässer und schädigen die Fauna in den Bächen und Flüssen. In Essen führt die Emschergenossenschaft, die „Schwester“ des Lippeverbandes, daher die Sensibilisierungskampagne „Essen macht’s klar“ durch. Die Bevölkerung wird dadurch darauf aufmerksam gemacht, dass nicht verbrauchte Medikamente in den regulären Hausmüll gehören – denn dieser wird verbrannt, die Kläranlagen bleiben verschont!
Die Kampagne „Essen macht’s klar“ gilt als Modellprojekt. Denkbar ist, dass sie später auch auf andere Städte, wie etwa Kamen, übertragen wird.
Der Welttoilettentag
Der Welttoilettentag wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen. Von den Vereinten Nationen wird der Vorschlag, den 19. November zum regelmäßigen Jahrestag zu machen, mitgetragen.
Lippeverband
Der Lippeverband ist ein öffentlichrechtliches Wasserwirtschaftsunternehmen, das effizient Aufgaben für das Gemeinwohl mit modernen Managementmethoden nachhaltig erbringt und als Leitidee des eigenen Handelns das Genossenschaftsprinzip lebt.
Seine Aufgaben sind in erster Linie die Abwasserentsorgung und -reinigung, Hochwasserschutz durch Deiche und Pumpwerke und die Gewässerunterhaltung und -entwicklung. Dazu gehört auch die ökologische Verbesserung technisch ausgebauter Nebenläufe. Darüber hinaus kümmert sich der Lippeverband in enger Abstimmung mit dem Land NRW um die Renaturierung der Lippe. Dem Lippeverband gehören zurzeit 155 Kommunen und Unternehmen als Mitglieder an, die mit ihren Beiträgen die Verbandsaufgaben finanzieren.
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von Dr. Götz Loos
Kamen. "Sie werden immer bunter. Am Ende fall'n sie runter" heißt es in Peter Hacks' Gedicht "Der Herbst steht auf der Leiter", was zumindest früher jedes Grundschulkind kannte. Gemeint sind natürlich die Blätter der Bäume und Sträucher in dieser Jahreszeit. Die Einen haben Spaß am bunten Laub, die Anderen ärgern sich über das mitunter nötige Fegen. Aber der Laubfall ist lebensnotwendig für die Laubgehölze. Friert im Winter der Boden, können die Holzgewächse kein Wasser mehr aus dem Boden ziehen. Da die Blätter aber für die Grundversorgung ständig Wasser benötigen, um aus Wasser und Kohlendioxid Traubenzucker und Sauerstoff herzustellen (dies ist die Fotosynthese), weil sie ihren Stoffwechsel ganz wesentlich mit Traubenzucker antreiben, wäre ein Überwintern der Blätter fatal. Auch findet ständig reichlich Verdunstung aus den Blättern statt. Das scheinbare Erfrieren ist also ein Vertrocknen, wenn man es genau nimmt.
Um dem zu entgehen, bauen die Blätter den grünen Farbstoff Chlorophyll, der für die Fotosynthese verantwortlich ist, durch Zerlegung ab und speichern die Bestandteile für die nächste Blattgeneration - ein wahres Recycling. Das Grün hatte jedoch andere Farbstoffe im Blatt verdeckt, die nun sichtbar werden. Die meisten unserer heimischen und seit Langem angepflanzten Bäume und Sträucher zeigen gelbe Farbtöne, während vor allem intensive Rottöne ursprünglich selten waren (bei heimischen Arten u.a. beim Pfaffenhütchen und Roten Hartriegel). Erst die Verwendung zahlreicher Zierhölzer vor allem aus Nordamerika, wo der vielfarbige "Indian Summer" geradezu sprichwörtlich ist, brachte mehr Rottöne vor allem in die Siedlungen.
Der Blattfall wird durch Hormone gesteuert, während die abnehmende Tageslänge und zunehmend niedrigere Temperaturen ihn bewirken. Ein Trenngewebe am Blattstiel sorgt durch Verschleimung der Bereiche zwischen den Zellen auf beiden Seiten sowie eine Abrundung der Zellen und damit dem Entstehen von Lücken zwischen ihnen für eine abnehmende Stabilität. Letztlich fallen die Blätter dann unter ihrem Eigengewicht ab.
Wo es nur geht, sollte das Laub nicht entfernt werden, weil es einen wichtigen Lebensraum und vor allem Überwinterungsquartier für diverse Tiere darstellt. Ganz kontraproduktiv ist aber der Einsatz von Laubbläsern, die Kleintiere verwirbeln und unsere Gesundheit belasten, besonders weil auch Schadstoffe und Krankheitserreger genau in die Lufthöhe geweht werden, in der wir atmen.
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Rote Taubnesselvon Dr. Götz Loos
Kamen. Wo der Boden angerissen ist, wo er bearbeitet wird, manchmal auch wo eine Fläche brachliegt (zumindest in der ersten Zeit), da erscheint die Rote Taubnessel (Lamium purpureum). Der Name Taubnessel bezieht sich auf die Blätter, die Brennnesselblättern nicht unähnlich sind. Ob die Entwicklung hier durch zielgerichtete Auslese eine Mimikry erzeugt hat, die die Taubnesseln vor Fressfeinden schützen soll, sei dahingestellt. Immerhin erzeugen sie einen bitteren, nicht sehr angenehmen Geruch, der für sich schon abschreckend wirken sollte. Unter den fünf Taubnesselarten, die in Kamens Siedlungsbereichen vorkommen, sind die Rote und die ähnliche Eingeschnittene Taubnessel (Lamium dissectum) die kleineren. Während die Rote Taubnessel einen eher gekerbten Blattrand aufweist, mit mehr oder weniger rundlichen Zähnen, die gleichmäßig und wenig tief eingekerbt sind, besitzt die Eingeschnittene (eigentlich besser Eingeschnittenblättrige) Taubnessel ziemlich tiefe, oft unregelmäßigere Einschnitte zwischen den spitzeren Blattzähnen. Die Blüten der Roten Taubnessel sind meist dunkler als die hellrosa Kronen der Eingeschnittenen. Oben an der Sprossspitze bzw. im oberen Abschnitt sind die Blätter der Roten Taubnessel zudem häufig dunkel weinrot bis bräunlich überlaufen (bei der Pflanze im Foto hier allerdings nicht).
Eingeschnittene TaubnesselBeide Arten sind Bewohner von mehr oder weniger offenen Standorten und sind in Äckern einst weit verbreitet gewesen und erscheinen sofort nach Aufgabe eines Ackers, dabei die Rote erheblich häufiger. In den Siedlungen waren beide früher in den Nutzgärten vertreten. Die Rote Taubnessel hat sich indessen auch an anderen Standorten ausgebreitet; auffällig sind im Frühjahr die großen Bestände in Rasenflächen an Stellen mit verletzter Grasnarbe. Einzelexemplare sprießen sogar aus Gossen und nicht zu trockenen Mauern. Pflanzen dieser Art wachsen zudem im Gleisschotter der Bahn, bewohnen Friedhofsrasen und -wege sowie Gräber. Die Eingeschnittene Taubnessel findet sich an den gleichen Standorten, tritt aber viel zerstreuter und vereinzelter auf.
Taubnesseln sind Lippenblütler - mit markanter Blütenform (die Krone hat eine Ober- und eine Unterlippe) und vierkantigem Stängel.
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