Südinsel Tour - Teil 1

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Foto: Marie Fuhr für KamenWeb.deDer Sommer hier in Neuseeland neigt sich nun langsam dem Ende zu. Der Wind wird wieder stärker, die Tage kürzer und die Temperaturen sinken. Daher wird es Zeit vom Highlight meines Sommers zu berichten: der dreiwöchigen Südinsel Tour.
Zunächst einmal will ich kurz meine Reisegefährten vorstellen. Zum einen ist da Natalie. Sie hat hier ein halbes Jahr als Au Pair gearbeitet und wir haben im selben Stadtteil gewohnt, wodurch wir uns kennengelernt haben. Wir sind über die Monate sehr gute Freundinnen geworden und mit ihr habe ich hier sicher am meisten unternommen. Und dann sind da noch Marco und Nicki. Marco ist Natalies Cousin, der extra zum Reisen für drei Monate von Deutschland nach Neuseeland geflogen ist und Nicki ist Natalies Freund, der nach zwei Praktika in Melbourne und Auckland zur selben Zeit wie wir in Neuseeland war. Mit diesen drein hatte ich zusammen ein Auto gekauft und mitten im Sommer starteten wir dann vor einigen Wochen unseren Roadtrip auf die Südinsel Neuseelands.
Am Samstag um 8 Uhr morgens ging unsere Fähre von Wellington nach Picton. Das Schiff war riesig und bot nicht nur Sitzecken mit tollem Panorama, sondern auch ein Kino, in dem wir die meiste Zeit der drei Stunden auf der "Cook Strait", der Meerenge zwischen den beiden Hauptinseln, verbrachten. Auf der Südinsel in Picton angekommen, wurden wir zunächst von Starkregen begrüßt. Für die 140 km von Picton nach Nelson, einer weiteren Stadt im Norden der Südinsel, brauchten wir dank der vielen Kurven, dem Tempolimit von 100 km/h und diversen Wohnmobilen vor uns über 3 Stunden. Nachdem wir uns noch eine Regenplane für unser Zelt besorgt hatten, ging es auf den ersten Campingplatz. Während die anderen drei im Zelt schliefen, bevorzugte ich, wie auch in den kommenden drei Wochen, das Auto. Durch einen komplett umgeklappten Beifahrersitz hat man mehr Platz zum Schlafen, als man denkt. Am nächsten Morgen durfte ich direkt Bekanntschaft mit der neuseeländischen Natur machen. Im Bad lagen etwa 10 riesige Kakerlaken auf dem Rücken und strampelten mit den Beinen in der Luft. Na das konnte ja interessant werden... Den Tag verbrachten wir in Nelson. Die Stadt an sich ist sehr klein und eher touristisch ausgelegt, denn das einzige was es außer einem Strand zu sehen gibt, ist eine Kathedrale. Hier kommt das Kuriose: Erbaut wurde sie in den 60er Jahren. Dementsprechend sah sie auch aus und wir waren uns alle sicher, dass das mit Kirchen, wie wir sie in Europa kennen, einfach mal gar nichts zu tun hatte.
MFKIWI316 3Abends ging es dann weiter nach Marahau. Die kleine Stadt ist der Startpunkt des Abel Tasman Walks, einer der schönsten Wanderwege Neuseelands, direkt an der Küste entlang. Wir hatten uns entschieden einen drei-Tagesmarsch zu machen. Jeden Tag würden wir mit Zelt, Schlafsäcken, Isomatten und Essen 4 Stunden laufen. So begeistert war ich von der Idee nicht, da ich eigentlich kein großer Wanderfan bin, aber der Abel Tasman Walk war einfach unglaublich. Wir liefen an Buchten mit türkisfarbenen Wasser vorbei, weißen Stränden oder auch mal ein paar Kilometer durch den Dschungel. So anstrengend das Ganze auch war, als wir mit einem Wassertaxi am dritten Abend wieder zurück zum Startpunkt fuhren und uns eine Pizza gönnten, waren wir einfach nur stolz und glücklich es geschafft zu haben.
Am nächsten Tag ging es dann weiter Richtung Süden zu den Gletschern. In Neuseeland gibt es zum einen den Franz Josef Gletscher und zum anderen den Fox Gletscher. Wir entschieden uns dazu, nur den Franz Josef Gletscher zu besichtigen, da dieser der größte Neuseelands ist. Als wir auf dem Parkplatz ankamen, sahen wir schon in einiger Entfernung den riesigen Gletscher vor uns. Nach einer halbstündigen Wanderung durch das Gletschertal, das noch vor 10 Jahren ebenfalls von dickem Eis bedeckt war, kamen wir zum Aussichtspunkt und blickten eine Felswand hoch, auf der sich der Gletscher befand. Zwar war es schon sehr beeindruckend, allerdings hatte ich den Gletscher auf Fotos, die ich im Vorfeld gesehen hatte, größer in Erinnerung. Dann sahen wir neben uns eine Tafel, die zeigte wie sehr der Gletscher in den letzten Jahren geschrumpft war. Zu wissen dass vor 10 Jahren dort wo wir standen, weit vom Eis entfernt, noch der Gletscher war, stimmte uns traurig.
An diesem Abend fuhren wir noch weiter zu einem Campingplatz des Department of Conservation, der neuseeländischen Umweltschutzbehörde. Dort kostet die Nacht nur $6, allerdings gibt es bei den meisten Plätzen, die es in ganz Neuseeland gibt, meist nur ein Dixiklo, manchmal noch nicht mal fließend Wasser, von Trinkwasser mal ganz zu schweigen. Aber als Au Pair muss man eben auch auf den Preis seiner Übernachtungsmöglichkeit achten.
So schnell war auch schon die erste Woche unserer Südinsel Tour vorbei. Teil 2 und 3 kommen in den nächsten Tagen online.
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Über Vulkane wandern

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Über Vulkane wandern. Foto: Marie Fuhr für KamenWeb.deSo, ich bin auch mal wieder da. Nachdem ich den gesamten Januar auf der Südinsel verbracht habe, bin ich nun wieder zurück in Wellington. Die Schule hat für Charlie wieder angefangen und der Alltag ist eingekehrt. Also fast. Denn am letzten Wochenende ging es schon wieder auf den nächsten Ausflug. Zusammen mit drei anderen Au Pairs habe ich das Tongariro Crossing gemeistert.
Der Tongariro National Park liegt recht zentral in der Mitte der Nordinsel und besteht aus drei Vulkanen. Dem Ruapehu, dem Ngauruhoe und dem Tongariro. Auf dem Ruapehu war ich ja bereits im Winter mit meiner Gastfamilie Skifahren und nun sollten durch das Tongariro Crossing auch die beiden anderen Berge besichtigt werden.
Das Tongariro Crossing ist ein Wanderweg durch die Alpine Zone der beiden Vulkane Ngauruhoe und Tongariro. Der 19,4 km lange Wanderweg führt die Wanderer bis auf 1900 Meter Höhe und ist der beliebteste in Neuseeland. Ausgeschrieben ist die Wanderung mit 6 bis 8 Stunden.
Am letzten Sonntag war es nun soweit. Ich hatte mit meinen Freunden ein Hostel in Taupo gebucht, was ca. eine Stunde vom Berg entfernt ist. Um 5:15 Uhr schellte der Wecker. Erstaunlicherweise waren wir alle recht motiviert als wir nach dem Frühstück um 6:30 Uhr im Auto saßen. Nach der einstündigen Fahrt stellten wir unser Auto am Ende ab, da es sich beim Tongariro Crossing nicht um einen Rundweg handelt, sondern man an der einen Seite des Berges hoch läuft und auf der anderen Seite wieder runter. So hatten wir sichergestellt dass wir sofort nach dem Crossing wieder zurück zum Hostel kommen konnten. Zum Start der Wanderung fahren zwar Shuttlebusse, welche wir auch reserviert hatten, allerdings trafen wir eine französische Familie, die auf dem Weg zum Start war und uns mitnahm. So benötigten wir den Shuttle nicht mehr und konnten uns die $30, die man pro Person vor Ort hätte zahlen müssen, sparen. Nach weiteren 30 Minuten im Auto waren wir am Start angekommen. Noch schnell mit Sonnencreme eincremen und los ging es.
Über Vulkane wandern. Foto: Marie Fuhr für KamenWeb.deVor uns erstreckte sich eine Mondlandschaft aus kargen Vulkanfelsen und vertrockneten Büschen. Dahinter sah man den Mt. Ngauruhoe, der der „Herr der Ringe“-Crew aufgrund seiner perfekten Form als „Schicksalsberg“ diente. Die ersten zwei Stunden, die wir durch „Mordor“ liefen, fingen erst relativ flach an, doch dann galt es 400 Höhenmeter innerhalb weniger hundert Meter zu bewältigen. Die „Teufelstreppen“ ragten vor uns auf und ich wäre am liebsten wieder umgedreht, als ich sah wie steil der Weg war. Die Menschenmasse schlängelte sich den Berg hinauf und auch wir reihten uns schließlich ein. Oben angekommen brauchten wir erstmal eine kleine Pause, um wieder zu Atem zu kommen. Anschließend liefen wir weiter und durch einen riesigen Krater hindurch, um uns herum Schwefel und Rauch, denn eine gewisse vulkanische Aktivität herrscht noch immer bei den Bergen.
Danach ging es nochmals ein steiles Stück hinauf und nach insgesamt 3 ½ Stunden war die Hälfte des Weges und der höchste Punkt erreicht. Von der Spitze des roten Kraters konnte man über die Vulkane bis tief ins Landesinnere Neuseelands blicken. Es war ein unfassbares Gefühl dieses Ziel schon erreicht zu haben.
Nach einer Mittagspause mit Sandwiches ging es weiter. Vor unseren Füßen erstreckten sich die Emerald Lakes, drei Seen die durch die vulkanische Aktivität eine wunderschöne türkise Farbe hatten. Nach einer kleinen Fotosession machten wir uns auf den Weg bergab. Die Landschaft schlug schlagartig um. Dachte ich zuvor noch, ich wäre auf dem Mars, kamen auf dem Weg bergab plötzlich immer mehr Büsche hinzu und schließlich führte der Weg sogar durch einen tropischen Wald. Trotzdem dampfte es an vielen Stellen immer noch aus der Erde. Der Weg zum Parkplatz, wo unser Auto stand, zog sich irgendwann ziemlich dahin und meine Knie taten vom stetigen bergab laufen weh. Nach insgesamt 7 ½ Stunden, inklusive zwei großer und drei kleiner Pausen, erreichten wir schließlich den Parkplatz und ließen uns erschöpft auf die Bänke fallen.
Eine einfache Wanderung ist das Tongariro Crossing definitiv nicht, aber so eine beeindruckende Landschaft muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben und ist ein absolutes Muss für jeden, der nach Neuseeland kommt. Wir haben auf unserem Weg nicht nur fitte Wanderer gesehen, sondern auch einige Kinder und viele ältere Menschen, es ist also für jeden machbar. Aber es heißt nicht umsonst, dass man Neuseeland erst richtig kennengelernt hat, wenn man das Tongariro Crossing gewandert ist.
Über Vulkane wandern. Foto: Marie Fuhr für KamenWeb.de

Weihnachten im Sommer

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Weihnachten. Man sitzt gemütlich mit seiner Familie in Kamen vor dem Kamin, draußen schneit es (okay Kamen, netter Versuch dieses Jahr) und es gibt ein typisch deutsches Weihnachtsessen wie immer… Falsch! Da ich ja noch bis zum Mai in Neuseeland bleibe, habe ich dieses Weihnachten bei 28 Grad mit meiner Gastfamilie gefeiert. (C) Marie Fuhr für KamenWeb.deWeihnachten. Man sitzt gemütlich mit seiner Familie in Kamen vor dem Kamin, draußen schneit es (okay Kamen, netter Versuch dieses Jahr) und es gibt ein typisch deutsches Weihnachtsessen wie immer… Falsch! Da ich ja noch bis zum Mai in Neuseeland bleibe, habe ich dieses Weihnachten bei 28 Grad mit meiner Gastfamilie gefeiert.
Die Vorweihnachtszeit verbrachte ich in Wellington, hauptsächlich mit meinen Freunden und hauptsächlich am Strand. Der Sommer lässt in Wellington zwar am manchen Tagen nicht viel von sich sehen, aber es sind auch ein paar tolle Strandtage dabei. Dabei kommt für mich absolut gar keine Weihnachtsstimmung auf. Unter anderem weil nicht ich, sondern Charlie diejenige war, die jeden Tag meinen KamenWeb-Adventskalender öffnen durfte, was aber gerade dadurch immer ein kleines Highlight war. Des Weiteren sind mein Gastmädchen und ich zum Plätzchenbacken bei einer Freundin gewesen, wir hören non-stop „All I Want For Christmas Is You“ und in Charlie´s Schule gab es ein Weihnachtssingen, trotzdem ist es aber überhaupt nicht besinnlich oder besonders. Das könnte auch daran liegen, dass Neuseeländer ihre Innenstädte nicht so schön schmücken wie Deutsche und es statt des Weihnachtsmarktes nur die „Santa-Parade“ gibt, ein Umzug mit vielen weihnachtlichen Gestalten. Dafür gibt es aber in Wellington ein Geschäft, wo man bereits geschmückte Plastikweihnachtsbäume kaufen kann.
Wenn es zu meiner Gastfamilie kommt, haben wir zwar schon am 1. Advent den Weihnachtsbaum aufgestellt, ein paar Lichter am Haus aufhängen oder einen Weihnachtsfilm auf der Couch gucken ist allerdings Fehlanzeige. So traurig bin ich aber gar nicht darüber. In Deutschland war ich ein absoluter Weihnachtsmensch, aber hier versuche ich das ganze Gefühl auch etwas zu verdrängen, mal abgesehen davon, dass es eben kaum vorhanden ist. Denn vermutlich würde es mich nur traurig machen, wenn ich mir bewusst vor Augen führen würde, dass meine richtige Familie dieses Jahr nicht bei mir ist.
Aber dafür habe ich ja eine große Gastfamilie gewonnen. Am 23. Dezember fuhr ich mit meinen Gasteltern und Charlie nach Palmerston North, was zwei Stunden nördlich von Wellington ist, da dort die Eltern von Mum und Dad wohnen. Wir wohnten bei Mum´s Eltern, gleichzeitig war auch noch ihre Schwester und deren Partner da.
Der 24. war wohl der seltsamste Heiligabend aller Zeiten. Morgens geht man einkaufen, den Rest des Tages wird zu Hause rumgegammelt und am Abend ein großes Dinner gekocht. Wie es sich für Kiwis gehört, gibt es natürlich Lamm. Danach geht man entweder in die Mitternachtsmesse oder in den Pub. Oder beides. Da ich nicht sonderlich in Stimmung für die Kirche war und auch nicht unbedingt im Pub mit meinen Gasteltern enden wollte, entschied ich mich für ein deutsches Magazin und den Sessel.
Am nächsten Morgen gibt es bei den meisten Familien in Neuseeland dann Bescherung, aber wir mussten uns beeilen in die Kirche zu kommen, um dort Dad´s Eltern und Geschwister zu treffen. Nach der Messe ging es dann zu Dad´s Eltern nach Hause, wo es (welch Überraschung) Lamm gab. Schließlich konnte es Charlie kaum noch erwarten zurück zu ihren anderen Großeltern zu kommen und endlich ihre Geschenke auszupacken. Von mir gab es das neuste Buch ihrer Lieblingsserie und ein paar Kindertattoos, worauf sie mit freudigem Kreischen reagierte. Scheinbar alles richtig gemacht, Marie. Ich bekam von ihr einen Nagellack und von meinen Gasteltern eine Reisetasche, die laut Mum „jedes  Kiwi-Girl hat“. Aus gutem Grund, denn diese Tasche gefiel mir ausgesprochen gut. Zum Glück freuten sich meine Gasteltern auch über mein Geschenk: Ein Fotokalender mit Familienbildern aus meinen bisherigen 5 Monaten Neuseeland. Nach der Bescherung gab es noch mal ein großes Dinner und ich fiel mit einem „Foodkoma“ ins Bett.
Der 26. Dezember, hier auch Boxing Day genannt, ist in Palmerston North für zwei Dinge bekannt. Zum einen sind wie in ganz Neuseeland fast alle Dinge in den Geschäften um 50 bis 75% reduziert, zum anderen für die Palmerston Pferderennen. Da ich in letzter Zeit genug Geld für Klamotten ausgegeben hatte und ich an meinen schweren Koffer auf dem Rückflug nach Deutschlanddenken musste, entschied ich mich dazu meinen Hostdad zu den Rennen zu begleiten. Ich war noch nie zuvor bei einem Pferderennen und machte mir daher nicht viele Hoffnungen bei den Wetten den großen Gewinn zu machen, setzte aber nach kurzer Einweisung meines Dads doch ein paar Dollar auf Pferde mit lustigen Namen. „Anders mache ich es auch nicht und damit habe ich schon mal $250 gewonnen“, strahlte mein Dad. Also gut, für etwas anderes reicht es bei mir eh nicht, dachte ich. Nach fünf Pferderennen mussten mein Dad und ich feststellen, dass keiner von uns auch nur einen Cent gewonnen hatte. Immerhin hat es viel Spaß gemacht die meist stark betrunkenen Kiwis zu beobachten oder sich das „Undies-Rennen“ der Männer auf der Pferderennstrecke und nur mit Unterhosen bekleidet anzuschauen. Als ich nach diesem Tag in den Spiegel blickte, merkte ich, dass mir das Kiwi Christmas bei 28 Grad eine ordentliche Bräune verpasst hatte.
Dieses besondere Weihnachten werde ich auf jeden Fall nie wieder vergessen.

Jetzt heißt es erstmal für vier Wochen Urlaub vom Au Pair Job und ab auf die Südinsel und reisen, reisen, reisen. Und das größtenteils ohne Internet, also bis in vier Wochen!

Der nördlichste Punkt Neuseelands

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Der nördlichste Punkt Neuseelands (C) Marie Fuhr für KamenWeb.deDies ist der zweite Teil meines Urlaubs in Auckland und Northland. Teil Eins über Auckland kam gestern online.

Nach dem Ed Sheeran Konzert wachte ich schon früh morgens in meinem Zimmer im Hostel auf, da ich noch möglichst viel aus meinem Tag in Auckland machen wollte.
Um die Stadt ein bisschen besser kennen zu lernen entschied ich mich dazu, eine Hop-on-Hop-off Tour zu buchen, also quasi eine Stadtrundfahrt, bei der man an bekannten Punkten aussteigen kann, dort etwas Zeit verbringt und dann wieder in den nächsten Bus steigt. Der Bus fuhr an wunderschönen Stränden vorbei, wofür Auckland bekannt ist. Da es aber regnete blieb ich lieber im Bus sitzen, wir wollen es ja nicht zu weit treiben... Mein erster Punkt an dem ich ausstieg war Mount Eden. Der Berg ist ein erloschener Vulkan mitten in Auckland, von dem man einen fantastischen Blick auf die Skyline hat. Natürlich ist das bei Touristen sehr beliebt und ich amüsierte mich über die Reisengruppen aus allen Ecken der Welt, aber besonders faszinierten mich die Asiaten, die bei jedem kleinsten Sonnenstrahl ihren Schirm aufspannten, um sich davor zu schützten ihren blassen Teint gegen etwas Bräune einzutauschen.
Danach konnte ich nicht anders und musste zwei Stunden in einem der größten Einkaufcenter Neuseelands verbringen. Ungefähr so groß wie die Thier Galerie in Dortmund. Wie gesagt, Neuseeland hat nur 4,5 Millionen Einwohner, da braucht man scheinbar nicht mehr. Aber in Auckland leben immerhin 1,4 Millionen Menschen, das heißt ein Viertel der gesamten Bevölkerung, was ziemlich ungewöhnlich ist.
Nachdem ich dann mit der Tour durch war, holte ich meinen Koffer aus dem Hostel und setzte mich um 17 Uhr in den nächsten Bus, der mich ins vier Stunden entfernte Paihia in den Norden Neuseelands brachte. Dort checkte ich todmüde in mein nächstes Hostel ein und blieb nicht lange draußen bei den anderen Backpackern aus aller Welt sitzen, sondern fiel in mein Stockbett. Am Morgen klingelte dann um 6 Uhr mein Wecker. Viel zu früh in den Ferien! Aber ich hatte einiges vor, da ich mir eine Tagestour zum nördlichsten Punkt Neuseelands, dem Cape Reinga, gebucht hatte. Der Bus war voll mit Menschen allen Alters und aus allen Ecken der Welt, aber mal wieder mit vielen Deutschen. Wir sind hier in Neuseeland echt überall.
Wir machten zuerst einen Stopp in einem Kauri Wald. Kauri Bäume sind so etwas wie die neuseeländische Version von Mammutbäumen und die, die wir bestaunten waren über 3000 Jahre alt und betrugen 4,4 Meter im Durchmesser. Der älteste Baum ragt mit seinen 52 Metern in den Himmel und die Ureinwohner Neuseelands, die Maoris, haben ihn Tane Mahuta, den Herrn des Waldes, getauft, was wirklich mehr als zutrifft.
Danach ging es weiter durch den subtropischen Norden Richtung Cape Reinga. Von Paihia, dem Ort meiner Unterkunft, ist es eine 4 Stunden Fahrt bis zum Cape. Allerdings leben dort in der gesamten Region nördlich von Paihia nur 56.000 Menschen. Dementsprechend wenige Häuser sieht man daher am Rand des einspurigen State Highway 1, der sich durch die grüne Landschaft schlängelt. Schließlich hat es unser Bus bis an den nördlichsten Punkt Neuseelands geschafft. Als ich aus dem Bus aussteige und um die Ecke schaue, sehe ich einen kleinen Weg, der zum Leuchtturm des Kaps führt. Nach 10 Minuten bin ich da und sauge die unglaubliche Atmosphäre ein, die die Maoris dem Punkt zusprechen, an dem die Tasman See auf den Pazifik trifft. Man kann die unterschiedlichen Farben der beiden Ozeane sehen und die Wellen, die sich an dem Punkt im Wasser bilden, wo sie aufeinander treffen. Auch hier sind mal wieder furchtbar viele Touristen unterwegs, aber ich gehöre ja schließlich auch dazu und es ist wirklich ein wunderschöner Ort. Beliebtes Fotomotiv ist außerdem ein Pfahl mit vielen Schildern daran, die anzeigen in welcher Himmelsrichtung und wie weit entfernt London, Tokio und Co. liegen. Fehlt ja nur noch Kamen, dachte ich. 18.000 km.
Nach einer Stunde verließen wir Cape Reinga wieder und fuhren zur größten Düne des Landes, wo wir Sandboarding ausprobierten. Man legt sich praktisch mit dem Kopf nach vorne auf den Bauch auf ein Bodyboard und saust eine steile Düne herunter, was unfassbar viel Spaß macht.
Zurück nach Paihia ging es dann über den 90 Mile Beach. Ja, der Bus fährt tatsächlich mit 100 Sachen über den Sand und durchs Wasser. Warum? Na weil der Strand ein ausgeschilderter Highway ist. War ja klar, so was muss es natürlich mal wieder in Neuseeland geben, dachte ich, während ich die Fahrt genoss.
Nach einem Stopp für typische Fish and Chips kamen wir wieder in Paihia an, wo ich den Abend gemütlich am Strand verbrachte.
Am nächsten Morgen hatte ich nicht viel Zeit, denn am Mittag ging es schon wieder zurück nach Auckland und von da nach Hause, aber ich konnte nicht anders und schnappte mir eines der Kajaks des Hostels und paddelte ein bisschen in der Bay of Islands, der Bucht vor Paihia, herum, bis mein Bus kam.
Mit vielen tollen Erinnerungen im Gepäck machte ich mich dann auf meine 15 Stunden-Reise zurück nach Wellington.Der nördlichste Punkt Neuseelands (C) Marie Fuhr für KamenWeb.de

Auf Erkundungstour in Auckland

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Auf Erkundungstour in Auckland (C) Marie Fuhr für KamenWeb.deSeit ich in Neuseeland bin, habe ich auf das letzte Wochenende hingefiebert. Noch in Deutschland hatte ich mir Karten für das Konzert von Ed Sheeran in Auckland bestellt und nun war das Wochenende endlich gekommen.
Am Freitag ging es abends vom Busbahnhof in Wellington los. Ich hatte eines der $1 Tickets für einen Bus nach Auckland ergattern können, daher habe ich eine 11 Stunden Fahrt im Bus auch einem angenehmeren, aber teurerem 50 Minuten Flug vorgezogen. Keine Ahnung wie die Busgesellschaften das finanzieren, aber wenn man Glück hat, zahlt man für die Fahrt in den Bussen, die durchs ganze Land fahren eben nur einen einzigen Dollar.
Nach einer Nacht ohne viel Schlaf kam ich dann morgens in Auckland an. Ich war noch mit ein paar anderen Au Pairs unterwegs, aber die waren zuvor schon einmal in Auckland gewesen und wollten sich daher lieber vor dem Konzert im Hostel entspannen. Das kam mir aber erst gar nicht in die Tüte! Unbedingt wollte ich Auckland erkunden und nachdem ich mein Gepäck im Hostel abgeliefert hatte, lief ich zum Sky Tower.
Der Fernsehturm ist mit seinen 328 Metern der höchste Fernsehturm der südlichen Hemisphäre, ist höher als der Eifelturm in Paris und das Wahrzeichen Aucklands. Die Fahrt nach oben kostet normalerweise 28 NZ$, Studenten kommen aber für 20 hoch. Ich hatte die Hoffnung, dass ich irgendwie als Student oder Schüler durchgehen würde, hatte aber nur meinen alten Schülerausweis vom Städtischen Gymnasium Kamen dabei, der 2012 abgelaufen war. Aber hier in Neuseeland kümmert es wohl niemanden, wenn auf dem Ausweisbild ein 13 jähriges Mädchen in der schlimmsten Phase der Pubertät mit Zahnspange und Brille zu sehen ist, wenn vor ihnen offensichtlich eine junge Frau (endlich ohne Zahnspange und Brille) steht. Hier sieht man eben alles nicht so eng und so stieg ich fröhlich mit meinem Studententicket in den Aufzug.
Da es noch so früh am Morgen war, war ich fast allein auf den beiden Aussichtsplattformen in 190 und 220 Metern Höhe. Auckland sieht von oben fantastisch aus! Die Stadt ist von Wasser umgeben und es gehören viele kleine und größere Inseln zum Großraum Auckland, die mit Fähren zu erreichen sind. Ein toller Ausblick.
Nach einer Stunde auf dem Sky Tower schlenderte ich dann durch die Stadt runter zum Hafen, um vielleicht eine Hafenrundfahrt zu machen. Ich kam unter anderem an den Booten der Neuseeländischen Mannschaft des America´s Cup vorbei. Ziemlich beeindruckend diese großen Segelboote (ähm, kann man da überhaupt noch „Segelboote“ sagen?) zu sehen. Ich musste schnell herausfinden, dass diese Hafenrundfahrten ganz schön teuer sind und ich war fast schon zu geizig, als ich an einem Jet Boat vorbei kam. Diese Boote sind mit die schnellsten der Welt, wurden in Neuseeland erfunden und werden hier landesweit auf großen Seen als Touristenattraktion eingesetzt. Da diese Biester über 100km/h schnell sind und die Videos, die ich schon davon gesehen hatte nach reichlich Spaß ausgesehen hatten, buchte ich mir kurzerhand eine Tour durch Aucklands Hafen. Action und ein bisschen Sightseeing auf einmal. Perfekt! Mit mir waren noch 24 andere Gäste an Bord, aber ich hatte echt etwas Muffensausen, als unser Fahrer den Motor anschmiss. Aber es machte wirklich einen Riesenspaß! Wir sausten über das Wasser, drehten scharfe Kurven und ich hatte mir natürlich wieder den allerbesten Platz ausgesucht, da ich nach einer Stunde als einzige klatschnass aus dem Boot sieg und unser Fahrer mich hämisch angrinste. Da es in Auckland aber immer furchtbar warm und schwül ist, war das halb so schlimm. Der Beach Wave Hairstyle ist ja bekanntlich momentan angesagt und Salz und Wasser hatte ich nun wirklich genug in meinen Haaren.
Nach einer Mittagspause ging ich zurück ins Hostel, machte mich fertig und traf mich wieder mit den anderen Au Pairs. Es ging endlich zum Ed Sheeran Konzert! Das Stadion, in dem das Konzert stattfand, lag eine etwa halbstündige Shuttlebusfahrt außerhalb des Stadtzentrums. Um die 19.000 Menschen passten in das ausverkaufte Stadion, was für neuseeländische Verhältnisse schon nicht schlecht ist für ein Stadion, in dem keine Rugbyspiele stattfinden. Nach Foy Vance, Passenger und Rudimental als Vorbands betrat schließlich Ed Sheeran die Bühne. Da wir die Karten nicht zusammengebucht hatten, saß ich leider nicht bei meinen Freunden, aber die Leute um mich herum waren zum Glück genauso Ed Sheeran-verrückt wie ich und so tanzten, lachten und weinten wir zusammen. Nach zwei Stunden verabschiedete sich der britische Sänger mit „I See Fire“, einem seiner bekanntesten Songs, von seinem Publikum und ich konnte rückblickend auf einen der besten Tage zurückblicken, an die ich mich erinnere. Im Bett realisierte ich, dass ich tatsächlich in Neuseeland war und wie sehr ich mich in dieses Land verliebt hatte.

Ein Post über meinen zweiten Tag in Auckland und meinen folgenden Kurzurlaub im äußersten Norden Neuseelands folgt morgen!
Auf Erkundungstour in Auckland (C) Marie Fuhr für KamenWeb.de
Abschließend noch einen schönen 4. Advent aus dem sonnigen, 25 Grad warmen Auckland. Aber auch hier, 18.000 km entfernt, am anderen Ende der Welt kommt einem zu Ohren, dass Kamen mit seinen Temperaturen momentan da ja fast mithalten kann. In diesem Sinne einen schönen Start in die Ferien!

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